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4. Jan. 2018

Herbstferien – Segelfreizeit auf dem Ijsselmeer

Am Abfahrtstag, Samstag den 03.10.2015, waren alle Teilnehmer mit Vorfreude vollgepackt und auch die Aufregung war zu vernehmen. Besonders für die zwei Neulinge war die Aufregung groß. Vor der Abfahrt halfen alle, den Transit einzuräumen, so konnte es schnell losgehen.

In Medenblik angekommen, wartete auch schon das gute Wetter auf uns. Kaum waren das Gepäck und die Lebensmittel umgeladen, ging es auch schon auf die erste Fahrt. Leinen los und aus dem Werfthafen raus. Da das Wetter passte, entschieden wir uns, dies gleich auszunutzen und die erste Segeltour nach Andijk zu starten. Während der Überfahrt nach Andijk konnten die dazugekommenen Segler erste Eindrücke sammeln. Regeln und Begriffe vom Bootskörper wurden nochmal aufgefrischt und durchgegangen. Nach guten 1,5 Stunden auf dem Wasser legten wir in Andijk an. Dort hieß es erst einmal „auf zur Toilette“.

Anschließend machten wir eine kleine Brotzeit. Da das Wetter passte, konnten Fabian und Dominik zum nahegelegenen Spielplatz. Die anderen beiden beschäftigten sich währenddessen im Boot mit Kartenspielen. Nach dem Abendessen entschieden wir uns bei der Mannschaftsbesprechung für einen gemeinsamen „Knack“ Abend. So war der erste Tag schon ein voller Erfolg.

Tag Zwei startete um etwa 9:00 Uhr. Der Küchendienst bereitete das Frühstück vor, während die anderen sich schon mal frisch machten. Bei gemütlicher Runde am Frühstückstisch wurde dann der Tag geplant. Da das Wetter gut mitspielte und der Tonus bei der Planung wieder das Segeln war, fuhren wir auch, nachdem alle geduscht und frisch gemacht waren, wieder raus auf das Ijsselmeer:

Auf See wurden erneut die Begriffe des Bootskörpers durchgegangen, sowie einige Wenden gefahren. So konnten beispielsweise Nico und Fabian bereits selbstständig eine Wende durchführen. Die Verteilung der Aufgaben während der Überfahrt klappte dabei gut. Nachdem einige Übungen und Wenden gefahren wurden, steuerten wir zurück auf den Hafen von Medenblik. Dort angekommen war es Zeit für eine Stärkung. Nachdem die Mannschaft wieder gekräftigt war, entschieden wir uns das naheliegende Wasserschloss zu besichtigen. Da noch Einkäufe anstanden, gingen Nico, Jochen und Rene für die Mannschaft einkaufen.

Nachdem alle wieder am Boot waren, erzählten die Besucher des Wasserschlosses den anderen, was sie gesehen hatten. Nachdem sich jeder noch die Zeit bis zum Abendbrot selbst einteilte, begann der Küchendienst damit, das Abendessen vorzubereiten. Nach dem Abendessen fand wieder die Mannschaftskritik/Besprechung an. Hier erzählten besonders Fabian und Dominik ausgiebig, was sie erlebt hatten.

Montag war der Tag des ersten Ausflugs. Alle waren beim Frühstück voller Vorfreude und es wurde schon hin und her spekuliert. Das Ausflugsziel war die Batavia-Werft in Lelystad. Nachdem das Frühstück beendet war, alle Dienste erledigt waren und alle nochmal auf der Toilette waren, ging es mit dem Transit los. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde und wir machten einen kleinen Zwischenhalt an der Schleuse. Dort war ebenfalls ein kleiner Schiffsfriedhof zu sehen. Nachdem so manche Bilder geschossen waren, ging es weiter Richtung Batavia-Werft.

Dort angekommen, ging es zunächst in ein Vorführungsraum in dem uns ein Kurzfilm über die Geschichte der Batavia gezeigt wurde. Die Werft bestand aus mehreren Häusern und kleineren Hütten, in denen jeweils etwas anderes hergestellt wird. Als erstes betraten wir die Schnitzerei/Modellbau. Dort erhielten wir einige Informationen über den Bau eines weiteren Modells, an dem bereits seit vier Jahren gearbeitet wird. Das Modell wird in einem Maßstab von 1:10 nachgebaut. Das Modell, ebenso wie die zahlreichen Holzschnitzarbeiten, war auch besonders für die jüngeren beeindruckend. Es wurde sich viel unterhalten und diskutiert. Als nächstes ging es zu dem Highlight von Dominik und Fabian. Der Schmied, bei denen beide auch selbst einen Nagel herstellen konnten, war sehr faszinierend. Mit viel Mut und geschickter Hand schafften es beide unter Hilfestellung einen Nagel herzustellen. Als Anerkennung bekamen beide den geschmiedeten Nagel mit einer Urkunde überreicht.

Nachdem es allen schon ziemlich warm war, gingen wir rüber in die Segelherstellung. Dort wurde uns einiges über das Herstellungsverfahren erzählt. Beispielsweise werden alle Segel per Hand genäht und es gibt auch keine Metallverarbeitung in den Segeln. Ösen oder der Gleichen werden zum Beispiel eingenäht. Des Weiteren erfuhren wir über einen Brand, welcher die gesamten angefertigten Segel verbrannte. Bis dato waren alle Segel wieder hergestellt. Nachdem Dominik und Fabian schon etwas nervöser und unruhiger wurden, verließen wir die Segelherstellung und gingen zur Herstellung der Taue/Tampen. Hier war es spannend zu sehen, wie die Tampen eingedreht werden und welche Mittel dafür verwendet werden. Das Beeindruckenste war aber für alle ein Brett mit zahlreichen Seeknoten.

Nachdem wir auch hier durch waren, liefen wir wieder auf den Innenhof. Dort entdeckten wir zwei Baumstumpfe in denen Nägel reingeschlagen werden konnten. Es bekamen alle Lust mal einen Nagel in den Baumstumpf zu schlagen. Wir entschieden uns einen kleinen „Just for Fun“ Wettbewerb zu machen. Ziel war es, den Nagel mit möglichst wenigen Schlägen in den Stumpf zu schlagen. Sieger der Aktion war Jochen mit einem Schlag. Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf dem Weg zur Batavia. Ein riesiges Flottenschiff der damaligen Niederländischen-Ostindien-Kompanie (VOC).

Nachdem auch das Schiff bis in jede Ecke untersucht worden war, machten wir noch eine kurze Pause auf dem Schiff um die gesammelten Eindrücke kurz sacken zu lassen. Der Ausflug neigte sich langsam dem Ende zu und nach einer Stärkung im Subway um die Ecke ging es wieder zurück nach Medenblik. Auf der Rückfahrt machten wir einen kurzen Halt an einem Leuchtturm.

Wieder an unserem eigenen Boot angekommen wurde das Abendessen vom Küchendienst vorbereitet und die anderen konnten etwas Freizeit genießen. Nachdem ausgiebig gegessen wurde, gingen wir wie jeden Abend in die Mannschaftskritik. Es wurde viel über den Tag gesprochen und erzählt, was gesehen und erlebt wurde. Die Abendplanung an diesem Tag war ein Pokerspiel.

Am Dienstagmorgen war recht gutes Wetter. Aufgrund dessen entschieden wir uns gemeinsam beim Frühstück dafür, den Tag nochmal für Segelübungen und zur Überfahrt nach Andijk zu nutzen. Nach dem Frühstück und den erledigten Diensten an Bord, machten wir das Schiff klar zum Segeln und verließen Medenblik. Zunächst segelten wir nach Kompass raus auf das Ijsselmeer. Nach einigen Übungen über Begriffe, Knoten und zwei gefahrenen Wendemanövern, machten wir einen Zwischenstopp in einem Fluchthafen.

Nach einer kurzen Brotzeit an Bord des Schiffes, ging es mit Kurs auf Andijk weiter. Während der Überfahrt konnte jeder der Mannschaft ans Steuerrad. Ebenfalls wurden wieder Wendemanöver geübt. Nachdem diese Übungen durch waren, durfte Nico zum ersten Mal einen Aufschießer machen. (Der Aufschießer ist das Bremsen des Schiffes durch das Stellen in den Wind) Dies klappte auf Anhieb sehr gut und Nico konnte sich mit einem guten Gefühl vom Steuer entfernen und Jochen übernahm. In diesem Zuge demonstrierte uns Jochen einmal ausführlich die „Boje über Bord Übung“. Diese Übung besteht aus Teilen, wie das Wendemanöver und dem Aufschießer. So konnte man sehen, wozu die einzelnen Übungen gut waren und in Zusammenhang bringen.

Nachdem wir nun wieder etwa zwei Stunden auf dem Ijsselmeer verbracht hatten, wurden die jüngeren Mannschaftsmitglieder etwas ungeduldig und man sah ihnen an, dass sie Bewegung brauchten. So entschieden wir uns nun direkt nach Andijk durchzusegeln und es mit den Übungen für heute zu belassen. In Andijk angekommen, konnten Fabian und Dominik zu dem naheliegenden Spielplatz und sich erst einmal austoben. Am Abend gab es, wie es nun schon Tradition ist beim Segeln, Baguettes. Die Kinder freuten sich riesig darauf und auch die Erwachsenen hatten großen Appetit. Es war ein fröhliches Abendessen mit ausgelassener Stimmung, die auch durch die Vorfreude auf den Spieleabend angetrieben wurde.

Nachdem das Essen beendet war, die Mannschaftsbesprechung und die Dienste getan waren, ging es los zu einer naheliegenden „Kneipe“. Dort angekommen begann der Spieleabend. Fabian und Dominik verbrachten die meiste Zeit gemeinsam mit Jochen an den Flippern, während sich die anderen drei beim Billard spielen maßen.

Nico gewann mehr Spiele als alle anderen und war daher weiterhin der unangefochtene „Billard-King“. Alle hatten riesigen Spaß bei ausgelassener Stimmung. Um etwa 22:15 Uhr war unser Spielebudget aufgebraucht und wir machten uns auf den Weg zurück zum Boot. Dort angekommen waren allesamt ziemlich müde. Das abendliche Hörspiel wurde angemacht und es ging zufrieden in die Kojen.

Da das Wetter am Mittwoch bereits nach dem Frühstück gut mitspielte, entschieden wir uns für die Rückfahrt nach Medenblik. Nachdem wir die Hafeneinfahrt in Medemblik passiert hatten, legten wir dieses Mal im Stadthafen an. Es wurde sich gestärkt und anschließend hatten alle Mann Freizeit bis zum Abendbrot. Teile der Mannschaft besuchten den Streichelzoo, der andere Teil besichtigte die Stadt.

Der letzte Tag vor der Abreise begann dann mit einem lauten Wecken durch eine Baustelle nebenan. Durch den Lärm gestört, entschieden wir uns noch vor dem Frühstück in den Yachthafen umzulegen. Also Leinen los und in den Yachthafen. Dort angekommen wurde das Frühstück vom Küchendienst vorbereitet und die anderen packten schon mal den Großteil ihres Gepäcks zusammen. Nach dem Frühstück packte auch der Rest den Großteil zusammen und der Bully wurde schon einmal für die morgige Rückfahrt nach Duisburg beladen.

Nachdem alles erledigt war, ging es los zum heutigen Ausflugsziel Texel. Auf der Fähre konnten wir die Aussicht auf die Nordsee genießen und lehnten uns entspannt zurück. Jochen entdeckte in einer Broschüre die Texel 44, ein Schiff, welches eine Rundfahrt für Touristen anbietet. Nach einer Abstimmung entschieden wir, anstatt den Strandräuber zu besuchen, die Rundfahrt mitzumachen. Auf dem Schiff angekommen, erkundeten wir zunächst das Schiff. Nachdem die Texel 44 vom Hafen abgelegt hatte, steuerten wir als erstes auf den Marinehafen zu:

Dies war ein besonderes Highlight für alle und man konnte die Begeisterung über die Marineschiffe sehen. Nachdem wir den Marinehafen verlassen hatten, ging es zu den Sandbänken, an denen die Seehunde zu sehen sein sollten. Dies war jedoch etwas anders als erwartet und man sah eher kleine schwarze Punkte anstatt der Seehunde. Nach etwas mehr als zwei Stunden war die Rundfahrt beendet und es war trotz den schwarzen Punkten im Horizont statt Seehunden, eine gute Fahrt mit neuen gesammelten Eindrücken. Nachdem wir nun doch noch etwas Zeit hatten, entschieden wir uns für einen kurzen Besuch beim Strandräuber, um die gesammelten Gegenstände in seinem Garten zu betrachten.

Anschließend ging es noch zu einem Strandspaziergang, welcher durch ein aufgetretenes Unwetter jedoch schnell beendet war. So fuhren wir klitschnass zurück zur Fähre.

Zurück in Medenblik ging es ein letztes Mal einkaufen im geliebten Supermarkt „Deen“ und anschließend zu einem Abschlussessen in einer gemütlichen Pommes Bude.

Es herrschte eine ausgeglichene Stimmung und nachdem noch etwas Karten gespielt wurde, ging es beim letzten Hörspiel auch wieder in die Kojen, da am nächsten Morgen frühes Aufstehen angesagt war.

Am Abreisetag stand die gesamte Mannschaft um 7:00 Uhr auf. Es wurde ein schnelles Frühstück eingenommen, um die erste Schleuse um 8:00 Uhr zu nehmen. Nachdem wir das Segelboot in den Werfthafen angelegt hatten, wurden die letzten Sachen und Habseligkeiten zusammengepackt und in den Transit geräumt. Hier klappte die Teamarbeit recht gut und so konnten wir um etwa 11:00 Uhr den Heimweg antreten.

Nach guten 2 ½ Stunden erreichten wir dann, mit nur einer Pause, unser Zuhause. Beim Ausladen halfen alle wieder fleißig mit und es wurde sich ausgiebig verabschiedet.

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Farm & Survival in Lettland

Die Unterbringung für unsere dreiwöchige Lettlandfreizeit auf einem Selbstversorgerhof inmitten der Natur bildete einen starken Kontrast zum städtischen Leben in Duisburg. Auf dem Hof werden Tiere und Pflanzen zur Eigenversorgung gehalten und angepflanzt. Auch die Möglichkeiten der angrenzenden Natur werden dort genutzt.

Die Jugendlichen wurden in dieses Selbstversorgersystem integriert und lernten sich selbst zu versorgen. Untergebracht war die gesamte Gruppe in einer Scheune mit Heubetten. Toiletten und Duschen wie gewohnt, gab es nicht. So musste unter anderem Wasser zum Waschen mit Feuer selbst erhitzt werden. Im Wald lernten die Teilnehmer elementare Survival-Skills. Viele Wanderungen und Übernachtungen in der „lettischen Wildnis“ sorgten für eine noch tiefere Verbundenheit mit der Natur.

Die Ferienfreizeit basierte auf den Methoden der Erlebnispädagogik, die einen wichtigen Bestandteil des Konzeptes der Jugendheimstätten darstellt. Durch die Freizeit bekamen die Jugendlichen die Möglichkeit, aus ihrem Alltag mit seinen festen Abläufen, Erfahrungen und ihren sozialen Rollen herauszutreten.

Die naturnahe Umgebung stellte neue Anforderungen an die Jugendlichen. Alte Verhaltensmuster konnten hier nicht angewandt werden. So mussten die Teilnehmer sich damit abfinden, dass es keine kommerziellen Unterhaltungsmedien gab, sie ohne PC und Handy auskommen müssen. Auch auf den sonst gewohnten Komfort (fertige Mahlzeiten, Reinigungskräfte, Entertainment, warmes Wasser…) mussten die Jugendlichen verzichten und selbst Hand anlegen. Durch das einfache Leben der Landbewohner wurde ihnen ihr sonstiger luxuriöser Lebensstil bewusst gemacht. Die Jugendlichen waren in der naturnahen, menschenarmen Umgebung auf sich selbst gestellt, mussten sich den Anforderungen stellen und hatten kaum Ausweichmöglichkeiten.

Die Teilnehmer konnten neue Erfahrungen in der Natur und in diesem einfachen Leben sammeln, um so ihre Persönlichkeit und ihre sozialen Kompetenzen weiter zu entwickeln. Hierbei wurden Entwicklungen im Denken, Fühlen und Verhalten angestoßen. Die Lerninhalte wurden nicht rein theoretisch von Pädagogen vorgegeben, sondern waren ganzheitlich erfahrbar und real.

In der neuen Umgebung waren die Jugendlichen aufeinander angewiesen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken. Sie mussten auch bei den Mahlzeiten zusammenarbeiten. Einige mussten Holz aus dem Wald besorgen und Feuer machen, während andere Gemüse vom Feld holten.

Da viele junge Menschen kaum ökologisches Handeln an den Tag legen, zum Beispiel viele Lebensmittel wegwerfen, Müll nicht trennen oder Gegenstände bedenkenlos zerstören, ist die Förderung eines ökologischen Bewusstseins bei ihnen sehr sinnvoll. Die Freizeit konnte hier Denkanstöße praktisch vermitteln. Ziel war es, bei den Teilnehmern eine Grundlage für ökologisch sinnvolles Handeln und Verhalten zu legen.

Die Jugendlichen, als echte Stadtkinder, konnten auf der Freizeit die Natur auch selbstständig erkunden und spielerisch erfahren. Sie schliefen im Heu und im Wald, versorgten Tiere und halfen bei der Feldarbeit mit. Sie erfuhren, dass Leben in der Natur nach dem Prinzip eines gegenseitigen Gebens und Nehmens funktioniert. Man musste bei der Ernte darauf achten nicht die Pflanze zu zerstören, bei Pilzen die Wurzeln in der Erde belassen und die Tiere ausreichend versorgen, damit sie Milch und Eier gaben.

Während der dritten Woche fanden auch Aspekte des Survival-Trainings Anwendung, welches ein Leben in der Natur nicht als Kampf, sondern als Kunst des eigenen Überlebens unter Beachtung umweltpflegerischer Bedingungen betrachtet.

Die Teilnehmer lernten bei Ausflügen in die freien Natur Pilze und Beeren zu sammeln, Fische zu angeln, Feuer zu machen und auf diesem zu kochen. Sie schnitzten Werkzeuge, bauten einen Lehmofen zum Brotbacken, stellten Käse her und gewannen Eier und Milch von den Tieren. Diese Erfahrungen werden ihnen dabei helfen, Produkte und Sachen mehr wertzuschätzen, wenn sie erfahren, wie viel Mühe die Herstellung oft mit sich bringt.

Aus den sehr guten Erfahrungen unserer Arbeit mit den Jugendlichen vor Ort und auch deren positiven Rückmeldungen, blieb das Bedürfnis zurück, etwas Bleibendes mit nach Deutschland zu nehmen. Ein Stück Farm & Survival im Alltag…aber dazu bald mehr!

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Jungendfreizeit im Pusterwald

Nach einer gefühlten Weltreise sind wir gegen 18:00 Uhr an unserer wunderschönen Hütte auf 1300m im Pusterwald angekommen. Von Beginn an waren alle von der Natur, der Hütte und den Menschen begeistert und interessiert mehr zu erfahren.

Nachdem wir mit unserem sehr sympathischen Landwirt Martin, oder auch „Maddin“, eine Hausbegehung hatten, wurden die Zimmer aufgeteilt.

Nach der ersten Nacht in fremden Betten fanden wir uns alle gemeinsam zum Frühstück zusammen und stärkten uns mit frischer Kuhmilch und leckeren Broten, um unser erstes Ziel, die Wildalm, auf 1752 m zu erreichen. Motiviert und gut gelaunt starteten wir unser Unterfangen.

Leider kam uns das schlechte Wetter der letzten Tage in die Quere. Eine Brücke, die wir hätten überqueren müssen, war leider nicht mehr da. Aber davon wollten wir uns nicht aufhalten lassen und zum Glück waren die Aufbauarbeiten schon im vollen Gange, sodass der Förster und seine Helfer uns eine ganz persönliche Brücke erschaffen konnten.

Doch diese „Brücke“ erforderte einiges an Mut, welchen nicht alle Wandersleute aufbringen konnten und so mussten wir zunächst einmal die Mission „Wildalm“ auf Eis legen. Etwas frustriert machten wir uns auf den Heimweg.

Die nun „freie Zeit“ nutzen wir, um in das naheliegende Dorf zum Einkaufen zu fahren. Den Abend verbrachten wir dann ganz entspannt mit einem leckeren Abendessen am Kamin.

Am Mittwochmorgen starteten wir einen neuen Versuch, die Wildalm zu erreichen. Diesmal mit viel besserem Wetter. Dieses stattete uns mit viel Optimismus aus, es diesmal zu schaffen. Und tatsächlich erreichten wir die Alm und hatten uns die Limonade mehr als verdient.

Der Rückweg fiel uns dann viel leichter und wir hatten auch Zeit für einige Erfrischungen. Gegen Abend zog dann ein Gewitter auf. Dieses kappte spannender Weise unsere Stromleitung und bescherte uns eine dunkle Nacht im Kerzenlicht und mit Taschenlampen.

Den nächsten Tag verbrachten wir in einer Therme im naheliegenden Fohnsdorf, bevor wir abends zur nahegelegenen „Goldwaschanlage“ gingen.
Am Freitag nahmen wir unser nächstes Etappenziel in Angriff. Den „Kleinhansl“ auf 2013 Metern. Doch als wir die „Wildalm“ erreichten berichtete uns die Besitzerin von einer Unwetterwarnung und wir müssten umdrehen, worauf wir in unserer Hütte einen Spieleabend starteten.

Doch unser Ehrgeiz war geweckt. Wir wollten unbedingt den „Kleinhansl“ erklimmen und am nächsten Tag starteten wir einen neuen Versuch und hofften auf gutes Wetter. Wir hatten Glück!

Pünktlich als wir die „Wildalm“ erreicht hatten schlug das Wetter um. Es fing an sich zuzuziehen. Doch diesmal wollten wir es packen und gingen weiter. Und wahrhaftig haben wir es geschafft. Leider war aufgrund der Wolken der Ausblick etwas schwach. Dennoch haben wir es geschafft und waren zufrieden mit uns.

Am Sonntagmorgen war für uns ausschlafen angesagt. Aber nicht für das Dörfchen unten im Tal. So ziemlich alle Einwohner strömten in Richtung der kleinen Kapelle nahe unserer Hütte. Nachdem das Spektakel mit der Blaskapelle und dem Gottesdient zu Ende war, guckten auch wir uns mal die wundervolle Kapelle an.

Im weiteren Verlauf des Tages erkundeten wir noch ein wenig die Gegend und waren immer wieder fasziniert von der Landschaft.

Die letzten beiden Tage bemerkte man das bei einigen Kindern die Beine sehr schwer wurden und die Motivation, die Gegend weiter zu erkunden gesunken war. Demzufolge fuhren wir am vorletzten Tag in Richtung Fohnsdorf und wollten Bowlen gehen. Ausschließlich die Öffnungszeiten machten uns einen Strich durch die Rechnung. Einstimmig entschieden wir uns dann ins Kino zu gehen um uns die „Minions“ anzusehen, was im Nachhinein fast alle für die richtige Entscheidung hielten. Der Tag endete in unsere Hütte beim gemeinsamen Lesen von Gruselgeschichten.

Der letzte Tag war von „Aufräumarbeiten“ geprägt. Bevor wir in einer Pizzeria das letzte Mal für diesen Urlaub gemeinsam aßen und auf die tolle Fahrt anstießen.

Abschließend bereiteten wir unserem Vermieter / Bauer noch ein kleines Präsent, worauf er sich alle Kinder schnappte und sie auf / in seinem Traktor kutschierte.

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Auf geht´s nach Amerika

Mit sechs Jungen unterschiedlicher Herkunft verbrachten wir im Sommer acht Tage in Amerika. Das klingt nach einer großen Reise, allerdings war unser Ziel nur drei Stunden Autofahrt von Duisburg entfernt.Amerika heißt nämlich ein Ortsteil der Gemeinde Friedeburg in der Nähe von Wilhelmshaven.

Unsere Reisegruppe bestand aus zwei syrischen Jungen, zwei Jungen aus Afghanistan, einem Albaner und einem Marokkaner sowie zwei Pädagoginnen.
Wir hatten ein tolles schwedisches Holzhaus mit großer Grünfläche, in dem es uns an nichts mangelte.

Das Wetter war uns während der Ferienfreizeit wohl gesonnen und bescherte uns täglich Sonnenschein und blauen Himmel. So konnten wir viel Zeit an der frischen Luft und vor allem am Wasser verbringen.

Ganz ungewöhnlich fanden die Jungen die Gezeiten. Als wir das erste Mal an die Nordsee fuhren, waren sie ganz erstaunt, da sie dies noch nicht kannten.
Die Gruppe war insgesamt sehr sportlich und so spielten die Jugendlichen viel Volleyball und Fußball, was am Strand hervorragend funktionierte. Auch waren sie regelmäßig mit den uns zur Verfügung stehenden Fahrrädern unterwegs und erkundeten auf eigene Faust die Gegend.

Weil die Jungen allesamt sehr gerne schwimmen gehen, verbrachten wir oft die Tage am Wasser und nutzten das schöne Wetter aus. Wir entdeckten einen natürlich entstandenen See in einem Moorgebiet, wo wir prima schwimmen gehen und Wasserball spielen konnten.

An einem etwas trüberen Tag fuhren wir nach Wilhelmshaven, schauten uns dort den Hafen an und konnten sogar zufällig noch die Rettungsübungen der Seenotrettung beobachten. Wir besuchten dort auch das Aquarium und waren alle beeindruckt und begeistert von der Vielzahl der Meeresbewohner, die wir uns dort anschauen konnten.

Für unsere Verpflegung sorgten wir jeden Tag selbst. Es gab täglich frisches Obst, eine große Schüssel Salat und was das Herz sonst noch begehrte.
Insgesamt hatten wir eine schöne und erholsame Zeit mit Sonnenschein, vielen netten Gesprächen, lustigen Momenten, gutem Essen und frischer Luft.

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Mädchenfreizeit auf Texel

1. Tag (30.07.15)

Nachdem alle Mädchen gemütlich noch bis 9.00 Uhr schlafen konnten, wurde nach einem gemeinsamen Frühstück das Auto bis unters Dach gepackt. Im Anschluss wurde nach Verlassen der AWG die letzte Mitfahrerin abgeholt und dann ging es endlich los nach Texel. Auf dem Weg gab es immer wieder unheilvolle Regenwolken und immer wieder neue Schauer, nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, um unter freiem Himmel zu schlafen. Aber bei der Überfahrt auf der Fähre von Den Helder aus, strahlte uns dann schon die Sonne wieder ins Gesicht.

Unser Campingplatz befand sich auf einem kleinen, sehr gastfreundlichen Bauernhof mit Kühen und Schweinen. Als die Zelte aufgebaut und alle Vorräte wetterfest verstaut waren, ging es noch schnell zum Einkaufen. Für den ersten Abend stand Kipkorn auf dem Speiseplan. Plötzlich waren wieder dicke dunkle Wolken am Himmel zu sehen, die Temperatur sank auf gefühlte 10 Grad. Aber erfindungsreich und flexibel wie wir sind, wurden dann bis zum Schlafen gehen Bewegungsspiele gespielt, um die Kälte aus den Knochen zu vertreiben.

2. Tag (31.07.15)

Aufgewacht, die Sonne lacht!

Strahlender Sonnenschein wärmte uns nach einer nicht ganz so warmen Nacht. Nach dem After- Frühstücks- Aufräumen ging es nach De Koog in den Dorfkern, um mal zu gucken, was es dort schönes gibt. Für unseren Strandbesuch am Mittag kauften wir uns Strandspiele. Auch die ersten Armbänder und Fußkettchen wurden gekauft.

Anschließend haben wir uns von all den Strapazen ordentlich am Strand entspannt, was bei einer Herde Mädchen und fünf jungen Rettungsschwimmern gar nicht so einfach ist. Als die Augen sich wieder konzentrieren konnten, wurde Beachvolleyball und Beachtennis gespielt, sich gesonnt und Krebse und Muscheln gesammelt. Der ein oder andere traute sich schon komplett ins Meer, die anderen versuchten es erstmal nur mit den Füßen. Nach ein paar Stunden ging es schnell wieder zum Zeltplatz zurück und es gab lecker Bratwurst mit Kartoffelpüree und Erbsen und Möhren. Am Abend spielten wir noch Phase 10, Skip Bo und andere Gesellschaftsspiele.

3. Tag (01.08.15)

Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir gestärkt zum Leuchtturm auf Texel. Von dort aus hatten wir einen sehr schönen Ausblick über einen großen Teil der Insel.

Danach fuhren wir ins Ecomare, dies ist eine Seehundauffangsstation. Ecomare ist das Zentrum für Wattenmeer und Nordsee auf Texel. Hier kann man alles über die Natur von Texel, das Wattenmeer und die Nordsee erfahren. Auch über den Einfluss des Menschen in diesem Gebiet. Im Ecomare gibt es Seehunde, Robben, Schweinswale, ein Meeresaquarium und eine Vogelauffangstation. Dieser Besuch war sehr interessant. Die Mädchen konnten sogar einen echten Seestern auf der Hand halten.

Im Anschluss fuhren wir noch zum Strand und entspannten uns von dem ereignisreichen Morgen. Am Abend haben wir Pfannkuchen gegessen und saßen nach dem Abendessen gemütlich zusammen und haben gemeinsam den Abend ausklingen lassen, bevor wir wieder in die Zelte gehüpft sind.

4. Tag (02.08.15)

Vierter Tag schon, die Zeit vergeht wie im Fluge! Nach wieder einem Frühstück bei Sonnenschein und unter freiem Himmel machten wir uns am Sonntag auf zur „Eagles Range“ im Nachbarort. Die Texas-Range hatte an diesem Tag Sommerfest. Dort konnten wir viele verschiedene Dinge unternehmen. Man konnte sich schminken lassen, klettern, hüpfen und turnen. Auf dem Sommerfest wurden auch Westernvorführungen und Kunstvorführungen mit Pferden gezeigt. Es wurde Musik gespielt, es gab viele kleine Verkaufsstände und Essenstände. Auf der Eagles Range konnte wir so einen spannenden und schönen Vormittag verbringen.

Mittags fuhren wir nach diesem schönen Morgen zum Strand. Da es ziemlich warm an dem Tag war, kühlten wir uns alle im Meer ab. Abends fuhren wir dann wieder zum Zeltplatz zurück und es gab unsere heißgeliebten Nudeln mit Tomatensoße, ziemlich lecker!

5. Tag (03.08.15)

Den vorletzten Tag haben wir, da das Wetter einfach nur traumhaft war, den ganzen Tag am Strand verbracht. Es war total warm, allerdings auch ziemlich windig, so dass uns der Sand so um die Ohren flog. Alle waren im Meer, da es an dem Tag eine super Abkühlung war. Beachvolleyball, Beachtennis und Muscheln sammeln stand wieder auf unserem Programm. Zwischendurch mussten wir uns immer wieder eincremen, da die Sonne an dem Tag sehr knallte.

Gegen späten Nachmittag führten die Rettungsschwimmer ihren alltäglichen Tanz auf, unsere Mädchen waren begeistert. Abends gönnten wir uns nach dem schönen Strandtag noch alle Pommes mit Frikandeln am Strand, dabei waren die Möwen sehr eifersüchtig auf unser leckeres Essen. Zum Schluss haben wir noch ein kleines Fotoshooting am Strand gemacht.

6. Tag (04.08.15)

Am letzten Tag hatten wir leider nicht mehr so ein schönes Wetter, sodass wir uns entschieden haben, ein bisschen die Insel zu erkunden und einige kleine Orte auf Texel zu erkunden. Zuerst waren wir in „Cocksdorp“ dort war nicht viel los, es gab dort nur kleine Häuser. Aber zum Gucken und Bummeln war dort nicht viel los. Danach sind wir nach „Den Burg“ gefahren, dort war schon mehr los. Es gab dort richtige Geschäfte und so konnten wir einen kleinen Stadtbummel machen.

Später sind wir nach „De Koog“ gefahren. Dort haben wir zum Abschluss der Freizeit gemeinsam Pizza gegessen. Gegen späten Nachmittag sind wir dann zu unserem Zeltplatz zurück gefahren und haben schon mal ein paar Sachen zusammen gepackt. Abends haben wir dann nochmal gemeinsam die Freizeit reflektiert und alle gaben uns eine positive Rückmeldung.

7. Tag (05.08.15)

Am Abreistag hieß es zeitig aufstehen. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück wurden die Zelte abgebaut und alles wieder in den Transit geladen, dieser war zum Glück nicht allzu voll wie auf der Hinfahrt. Und los ging es zurück nach Dinslaken!

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AWG Watereck – Camping am Wißmarer See

 

Bevor wir unsere Reise antreten konnten, mussten wir bei leichtem Regenwetter unser Gepäck sicher auf dem Anhänger verstauen. Wir bemerkten, dass die Lichtanlage am Anhänger leider nicht richtig funktionierte. Ein netter Mann an der Tankstelle reparierte uns den Schaden. Dann konnte es auch schon losgehen. Nach 2,5 Stunden Autofahrt und 237 zurückgelegten Kilometern erreichten wir unser Ziel, den Campingplatz am Wißmarersee in Wettenberg.

Bei unserer Ankunft regnete es leider immer noch. Dies hielt uns aber nicht auf, die Zelte gemeinsam aufzubauen. Nach einigen gekonnten Handgriffen stand nun unser Zeltlager. Nachdem die Zelte aufgebaut waren, hatten alle großen Hunger. Zur Feier des Tages gab es heute Currywurst mit Pommes. Nachdem alle satt waren, machten wir einen Abendspaziergang um den See und erkundeten das Gelände. Am Abend waren alle zufrieden und die erste Nacht konnte beginnen.

Als alle allmählich am Morgen aufgestanden waren, lachte uns die Sonne auch schon an. Das Wetter hatte sich gebessert und so nutzten einige die Zeit, um mit den Booten auf der Lahn die Gegend zu erkunden. Das Bootfahren auf dem Fluss hat sehr viel Spaß gemacht, da man einige Stromschnellen hoch und runter fahren konnte. Andere nutzten das Wetter aus, um im See schwimmen zu gehen. Da wir heute schon wieder 23° hatten, war der See auch nicht zu kalt. Nachmittags sind wir gemeinsam durch die Feldwege in der Nähe des Platzes spaziert. Dort haben wir viele Spiele gespielt, die die Gesamtstimmung für heute auf ein Maximum brachten. Zum Abendessen gab es heute Käse-Spaghetti. Nach dem Abendbrot haben wir in der Mannschaftskritik über den heutigen Tag gesprochen. Es gab von allen Seiten nur wenig zu meckern. Die Form der Tagesbesprechung erledigten wir jeden Abend mit den Kids, um eventuell Veränderungen durchzuführen oder Kritik gut umzusetzen. Nach der Mannschaftskritik sind wir alle auf den Spielplatz gegangen, wo viele von uns sich ausgetobt haben.

Da es in den nächsten Tagen immer heißer wurde, verbrachten viele von uns die Zeit am See oder in den Booten am Fluss. Mittlerweile stiegen die Temperaturen bis auf 35° an. Höchste Priorität hatte heute das Eincremen!

Die Abende haben wir mit diversen Kartenspielen gemeinsam verbracht. Als die ersten von uns schlafen gehen wollten, bemerkten wir, dass wir einen kleinen Mitbewohner im Jungenzelt hatten. Ein kleiner Igel hatte sich zu uns in Zelt verirrt und hatte es sich dort gemütlich gemacht. Vorsichtig wickelten wir den Igel in ein Handtuch und setzten ihn wieder in den kleinen Wald, der direkt an unseren Zeltplatz angrenzte.

Am Abend des fünften Tages haben wir es uns am Lagerfeuer mit Marshmallows, kleinen Würstchen und Stockbrot gemütlich gemacht. Die Stimmung am Abend war sehr gut und alle waren sehr zufrieden. Am Lagerfeuer gab es noch viele lustige Gespräche. Und so klang auch der Abend des fünften Tages am Wißmarer See aus.

Nachdem nun unser Igelbesuch wieder in die Freiheit entlassen war, waren er und seine Familie unsere ständigen Begleiter zur Nachtruhe. Kaum war Ruhe eingekehrt, schnüffelten sie um unsere Zelte herum, um etwas Essbares abzustauben. Dass Igel so laut sind, war uns gar nicht klar, aber selbst das Schnarchen aus dem Nachbarzelt war leiser.

Am siebten Tag war das Wetter nicht ganz so schön. Das konnte uns die Laune aber nicht verderben. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zur nahegelegenen Burg. Sie wurde erkundet und zu späterer Stunde haben wir in der Burg Verstecken gespielt. Als wir am Nachmittag wieder zurück waren, haben alle noch zusammen gespielt und später Loom – Armbänder gebastelt. Das Wetter zog immer mehr zu, sodass alle schon Angst hatten, dass es über Nacht ein großes Gewitter geben würde. Tatsächlich ging es in den frühen Morgenstunden auch heftig los. Sturmböen und Gewitter mit Blitz und Donner bis in den Morgen. Einige der Gruppen waren lieber beisammen unter dem Regendach, wo Britta schon saß, um alle zu beruhigen. Zu früher Stunde beruhigte sich alles wieder, sodass noch ein bisschen Schlaf nachgeholt werden konnte.

Das Wetter hatte sich am darauffolgenden Tag wieder beruhigt, so dass Jürgen mit einigen Kindern noch paddeln konnte. Der Rest der Mannschaft ging zum See, um zu schwimmen und zu spielen. Der Abend klang dann mit einem schönen Lagerfeuer und einer gemütlichen Abschlussrunde aus.

Dann kam endlich das große Highlight – Das golden Oldie Festival in Wißmar Wettenberg. Schon den ganzen Vormittag lang rollten die alten Wagen, zum Teil mit ganz alten Wohnwagen, auf den Campingplatz. Die Fahrzeuge waren alle gepflegt und die Kids verfolgten das Schauspiel mit absoluter Begeisterung.

Jetzt begannen noch spannende drei Tage, bevor es am Sonntag nach Hause ging. Am Donnerstag kam dann nochmal Verstärkung nach Wißmar. Annett und Linda fuhren zu den Kids. Dort angekommen trauten wir unseren Augen kaum und bekamen sofort Gänsehaut. Unsere Mädels tanzten Rock ‘n Roll auf der Bühne, hatten schöne Kleider an und waren total begeistert. Viele nette Menschen sprachen uns und die Kids an und waren total begeistert von unserer Truppe. Die Jungen waren ganz stolz an der Tanzfläche und feuerten die Mädels an. Unsere ältesten Mädchen halfen im Restaurant mit, wo sie sich mit den jungen Leuten, die dort arbeiteten, angefreundet hatten. Die ausgelassene und zufriedene Stimmung war einfach toll. Alle kamen angerannt, und jeder hatte eine andere tolle Geschichte zu erzählen. Wanderungen mit Spaß und Spannung, Erkunden der Burg, die sich in der Nähe befand etc.

Als Besonderheit dieses Festivals fuhr dann die ganze Gruppe am Samstag nach Wettenberg. Dort gab es eine riesige Ausstellung und einen Flohmarkt, tolle Autos und jede Menge Musik. Die Mädchen freuten sich riesig darauf und der ganze Vormittag wurde mit Herrichten der Kleider, Schminken und Frisieren verbracht. Die Jungs waren sichtlich stolz auf die hübschen Mädchen. Die Kleider, die unsere Mädels getragen haben, sind ihnen von einer der Tanzgruppen, die auf dem Campingplatz übernachtet haben, geschenkt worden. Ich selbst war wirklich überwältigt, da wir ja wussten, was solche Kleider kosten. Auf dem Festival wurden dann noch ein paar 60-iger Jahre Accessoires gekauft, um das Outfit zu vervollständigen.
Viele tolle Autos wurden vorgestellt und es fand ein Wettbewerb statt.

Leider wurden im Laufe des Tages das Wetter schlechter, sodass wir nach Hause mussten, um unseren Zeltplatz zu sichern.
Nach einem entspannten Abend mit Reflexion der Freizeit und leckerem Stockbrot ging es dann in unsere letzte Nacht.

Der Aufbruch am Sonntagmorgen gestaltete sich dann doch etwas tränenreich, da viele kleine Freundschaften geschlossen wurden.
Nach vier Stunden Fahrt kamen wir dann mit der Hoffnung die Fahrt wiederholen zu können zu Hause an.

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Sommerferien 2015 – Bike & Sail: „Der Weg ist das Ziel“

 

Bike & Sail bedeutet: Wir fahren mit dem Fahrrad von Duisburg zum Ijsselmeer (Medemblik), segeln dort zehn Tage und fahren anschließend mit dem Fahrrad wieder zurück nach Duisburg – Streckenlänge insgesamt ca. 600 km. Der Weg führt dabei über die Grenzstadt Elten weiter über Ede, Utrecht und Amsterdam bis zum Zielort Medemblik. Übernachtet werden sollte dabei auf Campingplätzen.

Nach gründlicher Vorbereitung seit Ostern (Trainingsfahrten in der nahen Umgebung, Verhalten im Straßenverkehr, Teamgeist entwickeln, Organisation) konnten wir bei gutem Wetter am 27.06.2015 in Duisburg Hochfeld starten. Satteltaschen und Anhänger waren bereits an den Tagen zuvor gepackt worden.

Nach einem deftigen Frühstück starteten wir um 10.00 Uhr Richtung holländische Grenze. Über den Duisburger Norden ging es vorbei an Dinslaken, Voerde, Wesel, Rees, Emmerich bis zur Grenzstadt Elten. Die Tagesetappe betrug 80 km – eine starke Leistung.

Trotz gewichtiger Anhänger und bepackten Satteltaschen hatten alle Jungen die erste Etappe gut verkraftet. Am Abend merkte jedoch jeder „seinen Allerwertesten“.

Nachdem das Lager aufgebaut war, haben wir eine selbstgemachte, stärkende Mahlzeit zu uns genommen. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit verkrümelten sich alle Teilnehmer in ihre Zelte. Von dort aus konnten wir noch viele Glühwürmchen beobachten und versanken dann in einen wohlverdienten Schlaf.
Am nächsten Morgen wurden wir durch ein Vogelkonzert geweckt und bereiteten gemeinsam unser Frühstück vor.

Im Anschluss räumten wir unser Lager und überquerten gegen 11.00 Uhr die Deutsch – Holländische – Grenze. Stolz auf die Leistung vom Vortag radelten wir am heutigen Tag ca. 45 km zu einem Campingplatz zwischen der holländischen Stadt Arnheim und Ede.

Im Naturpark „Ginkelse Zand“ in Ede wurden wir freundlich aufgenommen und konnten uns schnell wohlfühlen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass uns bereits am ersten Tag in Holland aufgefallen war, dass die Radwege sehr radfahrerfreundlich sind und die Ausschilderung perfekt ist. Nur selten wurden wir an verkehrsreichen Straßen vorbeigeführt. Vielmehr ging es über Wiesen und Felder, durch Wälder oder an Kanälen entlang. So gab es immer etwas zu sehen oder zu bestaunen – „Der Weg ist das Ziel“.

An Tag drei erreichten wir die Universitätsstadt Utrecht. Etwas außerhalb gelegen befindet sich ein uriger Camp Site umgeben von Wassergräben mit einem kauzigen Besitzer. Sehr freundlich, aber etwas kritisch wurden wir hier beäugt – Radfahrer aus Deutschland auf dem Weg zum Ijsselmeer? Das war dem gastfreundlichen Mann wohl noch nicht untergekommen. In einem netten Gespräch konnten wir von unserem Abenteuer berichten. Bei dieser Gelegenheit kündigten wir an, auf der Rückreise wieder hier zu übernachten. Als Übernachtungsmöglichkeiten gab es Baumhütten, Zelte, einen alten Bunker oder eine selbstgebaute Gartenlaube zur Auswahl. Wir blieben jedoch bei unseren altbewährten Zelten.
Bei einer Riesenportion Frikandeln fachsimpelten wir noch etwas über Gott und die Welt.

Am nächsten Tag stand Amsterdam auf dem Programm. Entlang des „Utrechtse – Amsterdam Kanals“ kamen wir gegen 16.00 Uhr in der Weltstadt Amsterdam an.

Der Campingplatz war gut belegt. Zelt neben Zelt hatten sich dort Menschen aus aller Herren Länder niedergelassen, um von dort aus die tolle Stadt zu besichtigen. Wir bestaunten die Offenheit und Toleranz der Menschen und blieben bis spät in der Nacht am offenen Zelt sitzen.

Die Stimmung war seit Beginn der Fahrt sehr gut, ebenso das Wetter. Das Material und die Kondition zuverlässig und bemerkenswert. So konnten wir am nächsten Tag die letzte Etappe von Amsterdam bis Medemblik starten.

Stolz auf dem Boot „Ajas II“ angekommen, wurde im nahegelegenen Hafen zunächst eine „Maschine Buntes“ angeworfen.

Obwohl wir 20 Tage unterwegs waren, konnte jeder Teilnehmer nur Klamotten für 5 Tage einpacken. Dazu kommt Regenzeug, private Gegenstände und natürlich Zubehör, wie Isomatte, Zelt, Schlafsack, Essbesteck, Lebensmittel, Gaskocher, etc. Alles was man mitgenommen hatte, musste man auch selbst transportieren.

Nachdem alle Teilnehmer wieder saubere Sachen hatten, konnte die Zeit auf dem Boot beginnen. Nach einer ruhigen Nacht konnten wir den Hafen Medemblik gemeinsam mit unserem Schwesterschiff Argo verlassen und die Weite des Ijsselmeers bestaunen. Da alle Teilnehmer bereits Segelerfahrung hatten, konnten wir ein gutes Teamwork abliefern. Gemeinsames Einkaufen und Kochen gehörte mit zum Tagesplan. Ebenso musste jedes Crewmitglied verantwortungsvolle Aufgabe wie z.B. Navigation, Logbuch schreiben, Ruderwache oder Ausguck übernehmen.

Das Ijsselmeer an sich und die vielen netten Häfen und Städte zogen uns abermals in ihren Bann. Ob Enkhuizen, Stavoren, Andijk, Makkum oder die große Stadt Hoorn – alle Städte hatten ihren Reiz. Durchweg konnten wir gute Kontakte, mit den dort lebenden Menschen oder anderen Urlaubern, knüpfen.

In der Zeit auf dem Segelboot erlebten wir viele verschiedene Wettertypen: 35 Grad im Schatten, Windstärke 9 mit Regen und auch mal Flaute sorgten für Abwechslung. Nach zehn Tagen kehrten wir in unseren Heimathafen Medemblik zurück. Nach der Bootsreinigung und einem Ausflug zur Nordsee ging es am Sonntag, den 12. Juli, mit den Fahrrädern zurück Richtung Deutschland.

Auf dem Heimweg passierten wir die gleichen Städte, wie auf der Hinfahrt. Ein Defekt an einem Fahrrad zwang uns zu einem zusätzlichen Ruhetag in Amsterdam. Eine Radnabe hatte sich gelöst und eine Radmutter ging verloren. So mussten wir am Montag für Ersatz sorgen. Nachdem wir in einem kleinen Fahrradladen von unserem Abenteuer erzählten, bekamen wir die Ersatzteile gratis und dazu noch eine Luftpumpe für den Notfall. Nochmal sei hier erwähnt, dass wir mit den holländischen Menschen, die wir getroffen haben, nur gute Erfahrungen gemacht haben. Unkompliziert und nett – eine sehr angenehme Atmosphäre, wie alle Teilnehmer fanden.

Auf der Suche nach den Ersatzteilen für unser kaputtes „Fiets“ konnten wir zeitgleich noch einen prima Stadtbummel durch Amsterdam machen. Nach dem Ruhetag ging es an einem Regentag weiter über Utrecht und Ede Richtung Deutschland. Der Regen tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Einfallsreichtum war gefragt: Wie bekomme ich meine Kleidung und mein Material wieder trocken?

Den letzten Abend verbrachten wir auf einem Campingplatz in Wesel. Ein kleines Grillfest am Abend sorgte für einen gelungenen Abschluss unserer Reise. Gut trainiert und gut gelaunt absolvierten alle Teilnehmer die letzten Kilometer spielend. Der Stolz über die vollbrachte Leistung (ca. 600 km biken) und die Freude auf ein weiches Bett, war den Bikern anzumerken.
Respekt an die erbrachte Leistung und die sehr gute Teamarbeit!

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Sportfreizeit Siegen 2015

In der zweiten Woche der Osterferien kamen auch die Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlinge unserer Einrichtung auf ihre Kosten. Es ging nach Wilnsdorf in eine kleine Blockhaushütte am Waldesrand.

Dort sollten die Jugendlichen Gelegenheit haben, zweimal täglich nach einem Trainingsplan sportlich aktiv zu werden. So ging es meistens morgens früh schon los. Auf dem Programm standen Joggen, Fußballspielen und Fitnessboxen. Aber auch andere Freizeitaktivitäten kamen nicht zu kurz. So fanden Ausflüge in die Innenstadt und das Schloss von Siegen statt. Außerdem hatten die Jugendlichen Gelegenheit das Leben auf dem Dorf kennenzulernen.

Dank des guten Wetters und einer sportbegeisterten Truppe, war auch diese Fahrt ein voller Erfolg. Die Jugendlichen und der Pädagogische Mitarbeiter bekamen Einblick in die unterschiedlichen Kulturen und konnten viel voneinander lernen.

 

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Ostersegeln Haupthaus – 1. Ferienwoche

Am 28.03. 2015 machte sich eine gemischte Gruppe, die sich aus Lehrlingsetage und Schüleretage zusammensetze, auf nach Medemblik zur Argo II. Das Segeln war durch das schlechte Wetter und den starken Wind leider nicht möglich, trotzdem fanden viele Ausflüge und sportliche Aktivitäten statt.

Am ersten Tag wurde das Schiff bezogen und die Gegend erkundet. Den Abend haben wir mit einem Pokerturnier ausklingen lassen. An den folgenden Tagen hatten die Jugendlichen Gelegenheit das Museum in Enkhuizen zu besichtigen, einen Ausflug zur Nordsee an den Strand zu machen und sich im Schwimmbad auszutoben.

Ein Highlight war der Ausflug zur Insel Texel. Dort sind die Jugendlichen erfinderisch geworden. So ist das Spiel „ WBWM“ (Windball-Weltmeisterschaft) entstanden. Nachdem auch der Leuchtturm von Texel erkundet wurde, haben wir das Städtchen de Koog besichtigt. Auf dem Weg zur Fähre haben die Jugendlichen einen Fußballplatz entdeckt, sodass spontan Halt für ein Spiel eingelegt wurde.

An Tag 7 wurde das Boot geschrubbt, sodass die nächste Crew im Sommer ein sauberes Boot vorfinden wird. Von dem eher durchwachsenen Wetter haben wir uns nicht einschüchtern lassen und hatten trotzdem eine tolle „Segel“-freizeit.

 

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Ostersegeln Haupthaus – 2. Ferienwoche

Pünktlich zum warmen Frühlingswetter hisste die Seemannschaft des „Kurzen Flures“ der Jugendheimstätten Niederrhein die Segel. Unter strahlender Sonne und bestem Segelwind, segelte die Crew zu Ostern von Medemblik nach Enkhuizen und Andijk. Zahlreiche Tagesaktionen wie Städtetouren nach Hoorn oder Amsterdam rundeten das Ferienangebot ab.

Zudem konnten alle die traumhafte Frühlingslandschaft bei Spaziergängen und einer Radtour genießen. Die Abende ließ die Mannschaft oft in gemeinsamen Kartenspielen ausklingen. So konnten alle rundum eine gelungene Freizeit genießen und mit neuer Kraft ins letzte Schulquartal starten.

Autorin: Kim Lerche

 

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Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz haben wir uns in den Osterferien dieses Jahres auf den Weg nach Polen gemacht, um den Opfern des Holocaust zu gedenken.

Sechs Jungen meldeten sich aus großem Interesse für diese Fahrt an. Wir trafen uns im Vorfeld jede Woche, um uns gemeinsam auf die Fahrt vorzubereiten und die geschichtlichen Hintergründe gemeinsam zu erarbeiten.

Um auch die Öffentlichkeit an unserem Vorhaben teilhaben zu lassen, nahmen wir Kontakt zum WDR Duisburg auf und stellten dort unser Projekt vor. Der WDR hielt dieses für so erwähnenswert, dass uns eine Journalistin zur Seite gestellt wurde, die uns nach Auschwitz begleitete und uns während der gesamten Zeit filmte.

In Auschwitz selbst waren wir in der internationalen Jugendbegegnungsstätte untergebracht, wo wir mit sehr viel Freundlichkeit und Herzlichkeit willkommen geheißen wurden.

In unserer Zeit vor Ort hatten wir ein straffes Programm. Wir bekamen Adrian, einen Freiwilligen der Jugendbegegnungsstätte an die Seite gestellt, der sich während unseres gesamten Aufenthaltes um uns kümmerte und für Fragen zur Seite stand.

Mit ihm machten wir am ersten Tag eine historische Stadtführung und besuchten das Jüdische Zentrum in Auschwitz oder Oswieczim, wie die Einheimischen sagen.

In den nächsten Tagen nahmen wir an einem Workshop mit dem Thema „Zeitzeugenberichte von Kindern zur Zeit des Holocaust“ und beschäftigten uns ausführlich mit der Geschichte zweier jüdischer Kinder.

Einen wichtigen Teil unseres Aufenthaltes machten sicherlich die Besuche der beiden Lager, Stammlager 1 in Auschwitz und des Stammlager 2 in Birkenau aus. Hier kamen wir das erste Mal mit dem tatsächlichen Ort des Geschehens in Berührung. Die Jungs ließen sich auf diese sehr emotionalen Momente intensiv ein und zeigten sich sehr respektvoll gegenüber diesen Orten und den Opfern. Das waren insgesamt sehr emotionale Tage und die Besuche brachten uns alle sehr zum Nachdenken.

Im Vorfeld hatten die Jungen entschieden, dass sie vor Ort gern ein Kreativprojekt machen würden, um ihre Eindrücke in Bildern ausdrücken zu können. Dies machten wir dann im Abendbereich, wobei beeindruckende Zeichnungen entstanden sind.

Als Ausgleich zu dem sehr engen Zeitplan während unseres gesamten Aufenthaltes, machten wir noch eine Stadtführung in Krakau und waren dort im jüdischen Viertel traditionell jüdisch essen. Wir besuchten dort auch die ehemalige Fabrik von Oscar Schindler, in der eine beeindruckende Ausstellung über Krakau zu Zeiten des Holocaust zu sehen war.

Insgesamt kehrten wir alle um einige beeindruckende und ergreifende Erfahrungen reicher wieder zurück.

Kurz nach unserer Rückkehr wurden in der Duisburger Lokalzeit des WDR zwei Berichte über unsere Fahrt ausgestrahlt und einer der Teilnehmer war auch noch zum Live-Interview in der Sendung zu sehen. Das war eine besonders schöne Wertschätzung für unsere Gedenkstättenfahrt.

Ausflug nach Auschwitz – Teil 1
Ausflug nach Auschwitz – Teil 2

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Ostern 2015 – Die AWG Walsum am Ijsselmeer

„Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön!“ Getreu diesem Motto freuten sich alle Teilnehmer der Segelfreizeit am Abfahrtstag auf eine Woche Ijsselmeer. Der Plan war, von Medemblik aus Andjk oder Enkhuizen anzusteuern. Leider kam aber alles ganz anders.

Nach der Ankunft am Werfthafen hieß es zwar erst einmal Leinen los und auf zur Schleuse, doch weiter kamen wir die ganzen Ferien nicht. Sieben Tage lang blies der Wind aus den unterschiedlichsten Richtungen und mit den lustigsten Windstärken. Wir bewegten uns immer in einem Rahmen von Windstärke 8 bis 10 bei Windgeschwindigkeiten bis zu 175 km/h.

So hieß es also für die gesamte Mannschaft einen Plan B zu entwerfen. Bei einem gemütlichen Essen an Bord kamen viele gute Ideen zusammen, sodass wir uns dennoch auf die kommende Zeit freuen konnten.

Ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten war das Lernen des Seemannshandwerks. Wir übten Knoten, das Boot und seine Ausstattung wurden besprochen und vieles über die Sicherheit und Seetüchtigkeit konnte von den Jugendlichen erfragt werden.
Um mehr über die Seefahrtsgeschichte zu erfahren, ging es an einem Tag ins Schifffahrtsmuseum nach Enkhuizen. Dort erfuhren wir nicht nur sehr viel über die Schifffahrt und seine Entwicklung, sondern auch über das Leben als Fischer und deren immer wieder kehrenden Problemen mit Stürmen und Überschwemmungen. Diesen sehr informativen Tag beendeten wir mit einem gemütlichen Spieleabend, während draußen winterliche Temperaturen herrschten.
Der nicht nachlassende Wind sorgte dafür, dass wir auch um nächsten Tag ein Ausweichprogramm brauchten. Wir einigten uns auf einen Besuch des Schwimmbads. Dort angekommen konnten wir uns über einen ganzen Tag Discoschwimmen freuen. Alle hatten dabei großen Spaß! Der Abend wurde dieses Mal für eine Pokerrunde genutzt.

Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass der Wasserstand sich verringert hatte und regelmäßig die Vertäuung überprüft werden musste. Das bedeutete, dass von uns jemand den Tag an Bord bleiben musste, um das Schiff immer im Blick zu behalten. Die Kids waren an diesem Tag in der Stadt unterwegs und bespaßten die Tiere im Streichelzoo.

Das nächste Highlight folgte darauf mit einem Besuch der Insel Texel und dessen Schafbauern. Im Blickpunkt standen vor allem die Lämmer, diese wurden ausgiebig gestreichelt. Wir hatten dazu das Glück live bei einer Lämmergeburt dabei sein zu können, ein tolles Erlebnis!
Weiter ging es dann aber in das Museum „Strandräuber“ und es gab wieder viele Informationen über die Funde des Strandräubers in den vergangenen Jahren zu sammeln. Dies ging von Bojen bis hin zu ganzen Rettungsbooten, aber auch Handschuhen, Helmen, Münzen und vielem mehr. Nach dem Museumsbesuch wollten wir alle selbst auch Strandräuber sein und suchten den Strand nach Schätzen ab. Dazu wurden viele Standspiele gespielt und bei perfekten Windverhältnissen Drachen steigen gelassen.

Der nächste Tag wurde in zwei Gruppen verbracht. Die Jungs besuchten das Dampfmaschinenmuseum und die Mädels verbachten den Tag bei Spaziergängen, Quatschen und Relaxen.

Besonders schön war, dass die Kids trotz sehr widriger Umstände begeistert von der Fahrt waren. Alle hatten Spaß, auch wenn wir das ein oder andere Mal sehr wehmütig an der Hafenausfahrt standen und leider nur von hier auf das Wasser schauen konnten.

 

 

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Radwanderung

Am Sonntag, den 26.04.2015, haben wir unsere neuen Fahrräder dazu genutzt an der 33. Duisburger Radwanderung teilzunehmen. Bei durchwachsenem, aber zum Glück trockenem Wetter starteten wir morgens und machten uns zum Start auf den Weg in die Innenstadt. Von dort führten drei Etappen in den Westen. Zunächst ging es über die Brücke der Solidarität nach Rheinhausen. Weiter führte uns der Weg über kurze Abstecher nach Krefeld und Moers nach Rumeln und Hamborn. Am Elfrather See machten wir Rast und picknickten. Über Hamborn ging es schließlich nach Ruhrort und zum Rheinorange, hier mündet die Ruhr in den Rhein. Am Rheindeich ging es weiter nach Neuenkamp und in die Innenstadt, wo die Tour nach 45km endete. Wir waren alle geschafft, auch weil es für einige Teilnehmer die erste längere Radtour gewesen ist. Umso schöner war es, die Teilnehmerurkunde zu erhalten und ein wohlverdientes Eis zu essen.

 

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Sommer Cup 2015 in Leverkusen

Am 09.05.2015 haben wir in Leverkusen an einem Hallenfußballturnier teilgenommen, dem Sommer-Cup. Nachdem wir vor einem halben Jahr an selber Stelle beim Nikolaus-Cup einen der hinteren Plätze eingenommen hatten, waren wir besonders motiviert, eine bessere Platzierung zu erreichen. Die Konkurrenz war erneut stark und wir starteten mit einer knappen Niederlage in das erste Spiel. Doch davon ließen wir uns nicht beirren. Dank einer geschlossen Mannschaftsleistung, jeder kämpfte für jeden und bei Fehlern wurde nicht gemeckert, gewannen wir die nächsten zwei Spiele und spielten ein Unentschieden. Damit führten wir zur Rückrunde die Tabelle an. Die Führung wollten wir nun nicht mehr aus der Hand geben und so konzentrierten wir uns und gaben, auch wenn es wehtat, noch einmal alles. Wir spielten noch zwei Unentschieden und gewannen die anderen beiden Spiele. Dadurch konnten wir die Führung verteidigen und gewannen überglücklich und erschöpft das Turnier. Neben des sportlichen Erfolges möchte ich besonders den tollen Teamgeist und das faire Spiel (wir bekamen weder eine Zeitstrafen noch eine rote Karte) hervorheben.

 

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Osterfreizeit Ferienpark Kijkduin Den Haag

Nach einer 2 ½ stündigen Autofahrt und 219 zurückgelassenen Kilometern, kamen wir am späten Nachmittag an unserem Reiseziel, dem Ferienpark in Kuijkduin, an. Nach dem Einchecken an der Rezeption und der Schlüsselübergabe, machten wir uns auf die Suche nach unserer Unterkunft für die nächsten Tage.

An unserer Unterkunft angekommen, ging es zunächst einmal darum, diese ausgiebig zu inspizieren. Uns überraschte ein Haus mit 3 Schlafzimmern, 2 Bädern, einer Küchenzeile mit Essecke und einem großen Wohnzimmer. Zu unser aller Freude, konnten wir zudem eine kleine Sauna und einen offenen Kamin entdecken.

Nachdem wir alles gesehen hatten, war ziemlich schnell klar, wie die Zimmerbelegung aussieht. Somit ging es dann rasch ans einrichten in unserem zeitweiligen „zu Hause“.
Im Anschluss ließen wir den Abend mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Am nächsten Morgen begrüßte uns leider ein sehr durchwachsenes Wetter. Es regnete immer wieder und ein extremer Wind zog von der Nordsee aus über den Park. Dies hielt uns jedoch nicht davon ab, ein wenig die nähere Umgebung zu erkunden und das Nötigste für die nächsten Tage einzukaufen.

So machten wir uns nach einem guten Frühstück auf den Weg in die Innenstadt von Kuijkduin, um die Einkäufe zu erledigen. Nach einem 30 minütigem Fußmarsch, kamen wir an und konnten einige bekannte Geschäfte wie z.B. Lidl und Aktion Markt entdecken. Wir schauten uns alles in Ruhe an, besorgten noch so ein zwei Kleinigkeiten wie Regenschirme und machten uns dann, mit voll gepackten Rucksäcken, wieder auf den Rückweg.

Im Anschluss an das Mittagessen machten wir noch einen kleinen Ausflug zum Strand. Der starke Wind machte uns einen längeren Aufenthalt jedoch sehr schwer, sodass wir kurzerhand wieder umdrehten.

Zurück und durchgefroren beschlossen wir uns die Sauna ein bisschen genauer anzuschauen. Nach der Einweisung durch eine Gebrauchsanweisung, nutzten wir diese dann um uns aufzuwärmen und den Tag ausklingen zu lassen.

Auch an Tag drei hatte sich das Wetter noch gegen uns verschworen. Es regnete in einer Tour und ein extrem starker Wind machte das Ganze noch unangenehmer. Durch diese Bedingungen wurde am Frühstückstisch beschlossen, dass wir den Tag innerhalb des Hauses gestalten wollen. Wir beschäftigten uns mit Gesprächen, Tischtennis, Saunen, Gesellschaftsspielen und vielem mehr.

Am vieren Tag begrüßte und die Sonne schon am Morgen mit ihrer Helligkeit und Wärme. Lediglich der Wind war immer noch nicht ganz abgeflacht. Nach dem gemeinsamen Frühstück machten wir uns also auf und besuchten die nächste Großstadt Den Haag.
Der Linienbus brachte uns direkt in das Zentrum der Stadt. Hier boten sich uns viele Geschäfte, sodass wir uns mit einer kleinen Shoppingtour die Zeit vertrieben.
Bevor es dann wieder Richtung Ferienpark ging, haben wir noch rasch alles Nötige für die kommenden zwei Tage eingekauft und uns auf dem Rückweg einen
Kakao für unterwegs besorgt.

Im Ferienpark angekommen bereiteten die Jungs ein leckeres Abendessen für die Gruppe zu, wodurch ein gemütlicher Abend mit Saunagang eingeleitet wurde.

Das Wetter hatte sich am letzten Tag gut gehalten und die Sonne schien wie am Vortag.
Diese Voraussetzungen veranlassten uns dazu den Strand und die Nordsee genauer zu erkunden. Wir machten daher einen langen Strandspaziergang, wobei wir uns die Kitesurfer und deren Künste diesmal genauer anschauen konnten. Nachdem wir alles gesehen hatten und schon einiges am Strand hinter uns gelassen hatten, belohnten wir uns mit einem leckeren Milchshake auf der Strandpromenade. Zufrieden von den Ereignissen machten wir uns wieder auf den Rückweg, wobei wir von einem frei lebenden Fuchs genau beobachtet wurden. Am Abend waren dann die Mädchen mit dem Kochen an der Reihe und wir ließen die Freizeit ausklingen.

 

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Videobericht über „Endstation 175“

Am 14. Mai diesen Jahres feierte das Theaterstück „Endstation 175“ seine Premiere. Im Mittelpunkt des Projekts steht das Thema “Asyl”. Erarbeitet wurde das Theaterstück von bei uns lebenden Flüchtlingen aus Afghanistan und aus Deutschland stammenden Bewohnern des Haupthauses. Dies geschah in Kooperation mit der „Theater Arbeit Duisburg“ (TAD) und dem Kulturzentrum „Alte Feuerwache“ in Duisburg-Hochfeld.

Nach diversen erfolgreichen Auftritten in Duisburg, Bonn und Bochum, können wir nun auch hier online Ausschnitte und einen Bericht über das Theaterstück zeigen. Das Video kann hier angesehen werden.

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Segeln Sommer 2014

Am 06. August 2014 ist die Lehrlingsetage gemeinsam mit dem „kurzen Flur“ der Schüleretage zu den beiden Segelyachten Argo II und Ajas II aufgebrochen, welche im niederländischen Medemblik lagen. Das Vorhaben war, im Ijsselmeer die Küste entlang nach Amsterdam zu fahren.

Unser erstes Ziel war der kleine Yachthafen in Andijk, wo wir ein erstes Anlegemanöver durchführten und die Nacht verbrachten. Am nächsten Tag segelten wir nach Enkhuizen. Dort konnten wir die historische Stadt mit ihren Bootshäusern und die typischen holländische Architektur bestaunen. Zu unserem Glück fand zudem ein kleines Hafenfest statt, bei dem wir ausgelassen mit beiden Crews feiern konnten.

Schon am nächsten Tag brachen wir nach Hoorn auf, wo wir eine Schleuse zum Markermeer überqueren mussten. In diesem kleinen, aber idyllischen Ort fand die Kirmes von Hoorn statt, welche zu den größten der Niederlande zählt. Es gab viel zu entdecken und nach einem weiteren Tag Aufenthalt, bedingt durch die Witterungsumstände, stachen wir erneut zu See nach Amsterdam.

Die Einfahrt in den Yachthafen „Amsterdam Marina“ war sehr interessant. Besonders der Hauptbahnhof mit der großen „Amsterdam“ Aufschrift auf dem Dach zog viele Blicke auf sich. In Amsterdam gab es einiges zu entdecken, besonders bei einer Grachtenfahrt konnten wir die vielen Kanäle bestaunen.

Nach einem viertätigen Aufenthalt in Amsterdam machten wir uns auf, um rechtzeitig wieder im Heimathafen in Medemblick anzukommen und das Boot nach der langen Fahrt auf Vordermann zu bringen. Nach elf Tagen am 11. August hieß es dann Abschied nehmen von den beiden Yachten und zurück zu fahren nach Duisburg.

 

 

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Lieberhausen Sommer 2014

Im Juli war es endlich wieder soweit und wir fuhren mit sechs Jungen und zwei Pädagogen für sieben Tage nach Lieberhausen. Das Wetter meinte es die meiste Zeit sehr gut mit uns und wir konnten fast jeden Tag unter der Sonne im Garten sitzen. Allerdings haben wir auch einiges unternommen, Kartenspielen war unser tägliches Ritual. Wir haben unseren Urlaub sehr genossen, so haben wir täglich ausgeschlafen und die Tage abends auch ausgiebig genutzt.

Den Samstag starteten wir voller Vorfreude. Nachdem wir eingekauft und uns im Haus eingerichtet hatten, ging es Samstagabend noch hoch in den Wald, wo wir lange zusammen saßen, Sterne angeschaut und gequatscht haben. Dabei konnten wir sogar einige Sternschnuppen und auch ein paar Sternbilder sehen.

Am Sonntag machten wir einen langen Waldspaziergang und haben dabei einige spannende Entdeckungen gemacht: wir pflückten Heidelbeeren und Himbeeren, machten Bekanntschaft mit einer Blindschleiche und einem großen braun-weiß gefleckten Falter. Natürlich hat auch die obligatorische Tannenzapfenschlacht nicht gefehlt.

Am anschließenden Montag legten wir einen Gartentag ein, weil wir durch einen Krankheitsfall am Haus bleiben mussten. Also nutzten wir den Tag, um Stöcke zu suchen und uns am Schnitzen auszuprobieren.

Einen Tag später waren wir in Plettenberg im „AquaMagis“, dem größten Erlebnisbad in NRW, schwimmen. Dort hatten wir mit den vielen Rutschen, einem Strömungskanal, einem Sole- und einem Wellenbecken sowie einem Drei-Meter-Sprungturm viel Spaß.

Am Mittwoch besuchten wir Frau Anders, die uns am Dienstag einen sehr leckeren Pizzateig gemacht hatte, um uns bei ihr zu bedanken. Danach haben wir am Grab von Frau Schneider einen Blumengruß niedergelegt. Auf dem Rückweg legten wir einen Halt an einem Spielplatz ein. Vor allem die Seilbahn hatte es den Jungs angetan.

An unserem letzten Tag waren wir noch einmal im Wald, haben dort eine Tannenzapfenschlacht gemacht und viel Spaß beim Spinnennetz-Klettern gehabt.

Am Abreisetag hieß es dann wie immer einen gründlichen Hausputz zu machen und so waren wir Freitagnachmittag wieder zurück in Duisburg. Alles in allem war es wieder eine tolle Fahrt, mit viel guter Laune, Sonnenschein und Natur. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

 

 

 

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Ostersegeln auf dem Ijsselmeer

Das alljährliche Ansegeln zu Ostern war wieder einmal ein gelungener Auftakt der Saison. Vom sonnigen Wetter reich beschenkt, konnten alle Jugendlichen ihre Seele baumeln lassen und neue Kraft für das restliche Schuljahr sammeln. Eine gute Mischung zwischen Ausflügen ins Schwimmbad, zum Strand oder nach Amsterdam und mehreren Segeltörns, schuf die perfekte Atmosphäre zwischen Aktion und Erholung.

Mehrere kooperative Übungen und die beengte Lebenssituation an Bord, ließ die Gruppe schnell zusammen wachsen. Die Jugendlichen erfahren hier immer wieder aufs Neue, wie wichtig es ist, auf einander Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig zu unterstützen. Diesen Zusammenhalt zeigte die Oster- Crew auch beim gemeinsamen Steuern ihres Segelschiffs. Gemeinschaftlich segelte die Crew von Medenblick über Andijk und Stavoren nach Makkum und zurück. Auch wenn teilweise die Wind- und Sichtverhältnisse kleine Hürden bereitstellten, arbeitete die Crew am gemeinsamen Ziel, den nächsten Hafen sicher zu erreichen. Bei einer Sicht von ca. 50 Metern spielte die Orientierung an Bojen eine wichtige Rolle.

Boje: Nautisches Hilfsmittel. Können verschiedene Formen und Farben haben, die der sicheren Identifizierung aus großer Entfernung dienen.
Typ A. sind: Schwarze Rundtonnen: (gleicht bei schlechter Sicht einem verschwommenen schwarzen Fleck am Horizont),
Typ B. sind Grüne Spitztonnen: (gleicht bei schlechter Sicht einem verschwommenen schwarzen Fleck am Horizont),
Typ C. sind Rote Flachtonnen: (gleicht bei schlechter Sicht einem verschwommenen schwarzen Fleck am Horizont),
Typ D. sind Rot-weiß senkrecht gestreifte Ansteuerungstonnen: (gleicht bei schlechter Sicht einem verschwommenen schwarzen Fleck am Horizont).

Doch dem immer wechselnden Ausguck und Steuermann gelang es immer wieder den passenden Seeweg für seine Mannschaft zu finden und anzusteuern.
Die Häfen boten immer wieder Abwechslung und luden mit ihren kleinen Hafenstädten zum Verweilen ein. Hier konnten die Jugendlichen Bekanntschaften knüpfen oder in den örtlichen Lokalitäten ein Eis in der Sonne genießen.

So wird für alle Jugendlichen auch diese Segelfahrt eine weitere wichtige Erfahrung in ihrer Entwicklung sein.

Autorin: Kim Lerche

 

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Am 28.08.2013 war es wieder soweit….

…unser alljährliches Sommerfest stand, mit vielen Freunden und lieben Gästen, vor unserer Tür. Mit Vorfreude auf den Tag und ein bisschen Herzklopfen empfingen wir unsere Gäste, welche so zahlreich erschienen, dass man schnell den Überblick verlieren konnte. Jedoch legte sich die Aufregung nach kurzer Zeit und alle waren in Sommerfeststimmung.

Draußen erfrischte man sich durch einen Cocktail, kaufte Lose für die große Tombola, oder kam hier und da mit jemandem ins Gespräch. Man „trödelte “ durch die Garage und fand nicht selten das ein oder andere Schätzchen. Die Kinder freuten sich sehr darüber, jemanden zu finden, bei dem sie ihre Dinge nun in guten Händen wussten.

Auch wir fanden in Eduard Klimusch, Michael Adamzcyk und Nick Wähnelt drei neue Kollegen, welche nun das Team der AWG Watereck vervollständigen und von allen herzlich aufgenommen wurden. Und natürlich auch unseren Besuchern vorgestellt wurden.

Bei der Preisvergabe der Tombola gab es einige Überraschungen und viele glückliche Gewinner, denn jedes Los war ein Glücksgriff! Das herrliche Wetter war geradezu dafür gemacht, den Tag mit einem gemütlichen Grillfest ausklingen zu lassen und sich durch das reichhaltige Buffet zu schlemmen.

Beim gemütlichen Beisammensein, kam schon ein wenig Wehmut auf, dass der Tag nun schon fast vorbei war. Aber gleichzeitig stieg die Vorfreude auf das nächste Fest, mit lieben Menschen und schönen Erinnerungen.

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Schlafen unter freiem Himmel…

In den Sommerferien des vergangenen Jahrs nutzten wir die sonnige Gelegenheit und fuhren mit unseren Jugendlichen für fünf Tage in den Segel-Surf-Club Kempen. Dort hatten wir die Möglichkeit, in einem großen Baggersee zu schwimmen und zu paddeln. Bei 29 Grad stellten wir ein großes Zelt auf, in dem wir alle schlafen sollten. Beim Aufbau des Zelts mussten alle anpacken. Nach einer Stunde war es geschafft, das Zelt stand und die Schlafplätze waren eingerichtet. Nun ging es endlich in den See zur verdienten Abkühlung.

Am Abend wurde der Grill angefeuert und in „chilliger“ Atmosphäre die Sonne ins Bett gebracht. Zuvor hatten einige der Jungs die Idee, draußen in der Natur zu schlafen – gesagt, getan.

Da wir sehr viel Glück mit dem Wetter hatten und es jeden Tag an die 30 Grad heiß war, war der Tagesablauf mit verschiedenen Aktivitäten gefüllt. Unter anderem hatten wir ein Beachvolleyball-Feld direkt vor der Tür, welches wir ausgiebig nutzten. Einige Jungs paddelten dazu über den See und gingen auf Entdeckungsreise.

So vergingen die Tage wie im Flug und die Jugendlichen hatten einen tollen Start in die Sommerferien!

Tim Fischer

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Poetry Slam 2013

Freitag, der 13.12.2013, 19:00 Uhr, die Jugendheimstätten Niederrhein e. V. hatten sich wieder einmal zum Gruppenkuscheln in der “Heimat Hochfeld“ versammelt. Die Jungens; gestriegelt, die Obrigkeit; erwartungsvoll, die Gäste; überrascht- und erfreut über das Können der heutigen Heimkinder und die zukünftigen Rilkes, Goethes und Heines.

Ein Baum, der bedichtet wurde, beschämte uns, hielt uns unsere Ignoranz der Mutter Natur gegenüber vor Augen. Ein junger Freund wurde hochgehalten, da er in kürzester Zeit alle Herzen eroberte, jedoch die Zahl 18 erklärte ihn für erwachsen, somit musste er schweren Herzens unser Haus verlassen, um auf seinen eigenen Beinen, in einer Notstelle für Asylbewerber, zu stehen. Eine Mutter vom Sohne betrauert, der vom sehnlichsten Wunsch geplagt wird, einmal zu fliegen, um in den Himmel, ein letztes Mal die geliebte Mutter in den Armen zu schließen. Ein Kollege wurde als Held und Vorbild beschimpft, da er dem Jungen stets den Weg gewiesen hat.

Eine Liebeserklärung für die Herzdame, nicht als Gedicht, nicht als Prosa, nicht als Lied, sondern als Rap für unseren modernen Romantiker. Dort standen wir mit unseren Jungs, hörten zu, schwiegen, lachten, trauerten, dachten über ihre Worte nach und waren dankbar, dass sie uns so viel gaben, jedoch auch erschüttert waren wir, denn welch ein Leid diese kindlichen Augen schon gesehen haben schienen, dennoch haben sie nie das Lachen verlernt. Verborgen lag die Unschuld in ihren Herzen, umhüllte sie im Schein der Liebe. Denn nun waren wir beglückt und erfreut, als sie teilten, ihre Schmerzen und zarten Liebekosungen ihrer selbst mit uns.

In diesem Sinne wünschen Euch alle, das gesamte Poetry-Slam-Team und die edelen Poeten der Jugendheimstätten, besinnliche Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins das neue Jahr! Danke für die Unterstützung, danke, dass ihr Poetry-Slam zu einer Tradition gemacht habt.
Auf Bald!

Nele Schimming, Laila Baghlani

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Weihnachtsbasar

Am 29.12.2013 fand im Haupthaus der Jugendheimstätten Niederrhein e.V. unser Weihnachtsbasar statt. Die Außenwohngruppe Amalienstraße, Watereckstraße und das Wohnprojekt Gerokstraße als auch alle Gruppen des Haupthauses waren eifrig an dem Basar beteiligt.

Das Angebot des Weihnachtsbasars war sehr reichhaltig und bestand unter anderem aus Kaffee und Kuchen, gebastelten Weihnachtsdekorationen, eigens hergestellten Weihnachtskarten und gebrannten Mandeln. Im Tipi-Zelt wurde eine köstliche Kartoffelsuppe angeboten. Im Pavillon konnte man sich zudem mit einem warmen Kakao oder Kinderpunsch aufwärmen.

Auch die kleinen Besucher kamen nicht zu kurz. Die AWG Watereck hat eine kreative Weihnachtswerkstatt angeboten, wobei Weihnachts- und Schneemänner, Tannenbäume und vieles mehr gebastelt wurden.

Gegen Abend gab es eine Theatervorstellung, welche mit scherzhaften Improvisationskünsten und authentischen Darstellern zum Lachen eingeladen hat.

Wir bedanken uns für den regen Besuch und wünschen allen fröhliche Weihnachtstage sowie einen angenehmen Start in das neue Jahr 2014.

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Kanuwanderungen 2013

 

 

Auch in dieser Saison haben wir ausgiebig von unseren Kanus Gebrauch gemacht. Ob Ein-Tages-Ausflüge zur Sechs-Seen-Platte und an den Königshüttensee oder mehrtägige Touren auf der Lippe und der Ruhr. Im Vordergrund dieser Fahrten standen die sportliche Betätigung, die Übernahme von Verantwortung für die Ausrüstung, sowie die Stärkung der Teamfähigkeit der Jugendlichen. Es galt, die Jungs für die Natur zu sensibilisieren und zu begeistern. Immer gut gelaunt und die Natur im Blick, haben wir uns mit Zelten, Ausrüstung und, ganz wichtig: einem Grill, auf den Weg gemacht, unsere Region auf den Wasserwegen zu erkunden.

Sehr gut gefallen hat uns die mehrtägige Ruhrwanderung. Vor allem die abwechslungsreiche Landschaft zwischen idyllischer Natur und alten Industrieanlagen sowie diverser Bootsrutschen, bei denen man schon eine gute Portion Mut und Erfahrung brauchte, um sie unbeschadet zu überstehen, machten die Tour besonders.

Das Highlight der diesjährigen Paddelsaison bildete aber die zweiwöchige Ferienfahrt Ende Juli auf der Vlatva (Moldau) in Tschechien. Los ging es in Sourmasky Most, in der Nähe der deutsch-tschechischen Grenze. Hier war die Vlatva noch ein wilder, rostbrauner Fluss, der sich durch den schönen Nationalpark Sumava schlängelte. Auf unserem Weg Richtung Budejovic (den Bierkennern besser bekannt als Budweis) wurde es nur langsam städtischer. Zunächst ließen wir uns durch die waldreiche und hügelige Landschaft treiben, vorbei an schönen alten Kulturstätten, wie das Kloster in Vissy Brod oder den herrlichen (und von Touristen überlaufenen) Altstädten von Krumlov oder Rozmberk.

Insgesamt paddelten wir über 120 km. Wir genossen das schöne Sommerwetter, grillten abends, saßen am Lagerfeuer, an denen wir nette Bekanntschaften zu Tschechen gemacht haben. Alles in allem war es eine tolle Fahrt mit viel Abwechslung von Sport (Volleyball, Fußball, Federball, Schwimmen) über Kultur und Wanderungen im schönen böhmischen Wald. Den Abschluss der Fahrt bildete ein zweitägiger Ausflug nach Prag. Hier zelteten wir auf einer Insel auf der Moldau. Von dieser Stadt waren wir alle entzückt: die Karlsbrücke und die wunderschöne Prager Altstadt mit ihren verwinkelten, engen Gassen, sowie das Sparta-Stadion begeisterten uns sehr.

Die Touren für 2014 sind natürlich schon in Planung!

Autor: Patrick Mühle

 

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Miteinander Füreinander…

…schrien wir vor jedem Spiel im geschlossenen Kreis, um uns für die Spiele zu motivieren.

Am 14.09.2013 fand das 5. JUSO Turnier in der Glückauf Halle in Duisburg Homberg statt. Ein alljährliches Hallenturnier, worin sich viele Jugendmannschaften sportlich messen können.

Dieses Jahr hatten sich die Jungs der Jugendheimstätten Duisburg e.V. besonders auf dieses Turnier gefreut. Der Kapitän und Organisator der Mannschaft, „Biggi“, plante mit Begeisterung. Neue Trikots, Training und „Taktikunterricht“ sollten die Mannschaft auf das Turnier einstimmen. Nach Wahl der diesjährigen Mannschaft ging es auf den Raffelberg. Hier wurden die Jungs mit einigen Einheiten für das Turnier frisch gemacht. Sichtlich mit Begeisterung dabei, konzentrierten sie sich im Training und hörten sehr aufmerksam im Unterricht zu. Die Jungs waren bereit und fühlten sich wie eine junge Bundesliga Truppe.

Gut vorbereitet, mit neuen Trikots und pünktlich, ging es zum Turnier. Es nahmen fünf Mannschaften daran teil. Die acht Jungs wurden nochmal vom „Trainer“ auf das Turnier eingestellt und schon ging das erste Spiel gegen den schwersten Gegner los. Um sich als Gemeinschaft zu motivieren, bildeten wir vor jedem Spiel einen Kreis. Der „Trainer“ rief „Miteinander“ und die Jungs „Füreinander“. Lautstark und gleich der Wirkung des Haka Tanzes der Maori, sollte der Gegner eingeschüchtert werden.

Die Jungs verkauften sich super im Turnier. Gegen aggressive Gegner behielten sie die Ruhe und holten einen Punkt. Gegen schwache Gegner oder die Mädchenmannschaft, spielten sie fair und nicht überheblich. Der „Trainer“ fühlte sich wie „Klopp vom BVB“ und verhielt sich meist ähnlich an der Außenlinie. Es war sehr schön mit anzusehen, wie die Jungs sich gegenseitig motivierten und fair zusammenspielten. Nach Rückständen gaben sie nicht auf, nach Niederlagen behielten sie die Ruhe und griffen im nächsten Spiel wieder an. Als Gemeinschaft, „Miteinander……Füreinander“, errungen sie den 3. Platz und feierten den verdienten Sieg des Turnieres. Mit Begeisterung werden wir nächstes Jahr erneut dabei sein, wenn es wieder heißt:
Miteinander……….

Autor: Christian Heße

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Der erste Monat ein voller Erfolg!

 

Genau einen Monat ist es her, da feierte unsere neue Einrichtung an der Amalienstraße ihre Einweihung. Inzwischen bewohnen das Haus 18 Jungen und Mädchen. Dabei fällt das erste Zwischenfazit sehr positiv aus! Viele verschiedene Freizeitangebote bringen Spaß in das Leben der Bewohner und erleichtern das Gewöhnen an die neue Umgebung.

Die Ferienzeit wurde für einen einwöchigen Ausflug an den See in Kempen genutzt, wo sieben Kids mit den Betreuern gezeltet haben. Bei gutem Wetter hatten alle ihren Spaß! Aber auch weniger aufwendige Angebote wurden in den ersten Wochen begeistert angenommen. Ob bei den Kinoabenden, Beautyabenden, Spielabenden oder Billardturnieren, der Spaß kam nie zu kurz und für jeden war etwas dabei.

Glücklich sind wir auch über die Spende eines Billardtisches. Dieser wurde sehr gut angenommen und so verschwinden die Kinder immer wieder im Keller, um Billard zu spielen.

Außerdem startete auch ein Kochprojekt, bei dem die Jugendlichen am Wochenende verschiedene Gerichte ausprobieren können und sich in der Küche voll aus toben.

So wird auch ein weitere Projekt gestartet – „Auf den Spuren von Niki de Saint Phalle“. Dort gestalten die Jugendlichen individuelle Skulpturen, die später ausgestellt werden.

Der Start ist also geglückt und wir freuen uns auf eine erfolgversprechende Zukunft mit vielen weiteren Aktivitäten!

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Lettland – in Mitten der Natur zuhause

Ein Zufluchtsort für die reizüberfluteten Jugendheimstädter Duisburgs

Ein weites Land erstreckt sich über viele kleine Berghänge und Wälder. Der Blick vom ländlichen Bauernhof in Lettland wirkt majestätisch. Soweit das Auge reicht erstreckt sich die pure Wildnis. Kein Straßenlärm, keine Hochhäuser oder Einkaufszentren, eine menschenleere Steppe lässt die Jugendlichen in Lettland zur Ruhe kommen. Fern ab von ihrer Konsumwelt lernen die Jugendlichen, sich auf die wichtigen Dinge des Lebens zu besinnen. Ohne den Trubel der Großstadt, Internet oder Handyempfang, Fernseher oder sonstigen Medien, müssen die Jugendlichen lernen, mit sich selbst und dem, was die Natur ihnen bietet, ihren Alltag zu gestalten.

Die Freizeit war eine Mischung aus Survival-Angeboten und ökologisch-ökonomischen Erfahrungen. Mit dem Bau einer eigenen Waldhütte hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, ganz im Einklang mit und von der Natur zu leben. Der Wald bot den Jugendlichen nicht nur einen sicheren Unterschlupf, sondern auch Nahrung. Beeren und Pilze stellten einen wichtigen Teil der Nahrungsergänzung dar. Die mit großer Teamarbeit erbaute Hütte bot genügend Schutz vor Wind und Wetter. Gemütliche Abende an der Feuerstelle und das leise Heulen eines Wolfsrudels in der Ferne machten die Nächte im Wald zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Jugendlichen. Des Morgens huschten kleine Marder und Blindschleichen durchs Waldlager und erkundeten die Gegend. Der nicht weit entfernte Waldsee bot genügend Abkühlung und Erholung von den körperlichen Anstrengungen und Wanderungen.

Nach mehreren Tagen im Wald kehrte die gesamte Gruppe zum Bauernhof zurück. Hier konnten die Jugendlichen an mehreren Angeboten teilnehmen und die dort vorherrschende Permakultur näher kennenlernen. Gemeinsam wurden die Jugendlichen unter Anleitung zu Farmern, Imkern, Winzern, Melkern oder sogar Schreinern. Jeden Morgen sammelten sie Eier und ernteten das für den Tag benötigte Gemüse frisch vom Feld. „Welch ein Wunder Kartoffeln wachsen ja unter der Erde“. Beim zubereiten der verschiedenen Mahlzeiten konnten alle Jugendlichen viele Kochkenntnisse erlangen und festigen. In den 14 Tagen konnten die Jugendlichen beobachten, wie kleine Küken das Licht der Welt erblickten oder erfahren wie es ist eine Ziege zu melken. Bei der täglichen Arbeit auf den Hof erlernten sie den Umgang mit zahlreichen Instrumenten und Werkzeugen. Sie bauten selber Äxte zusammen oder beförderten große Mengen Heu mittels einer Heugabel, in die für sie hergerichtete Heuscheune, die den Jugendlichen des Nachts als wohliges Schlafgemach diente. Eine heiße Dusche oder ein erfrischendes Nass bot am Abend die Lettische „Piers“, ein von den Jugendlichen mit Feuer geheizter Waschraum mit frischem Brunnenwasser. Hierzu konnten die Jugendlichen ihr Geschick mit der Axt beim Holzhacken unter Beweis stellen. Ein gemeinsamer mit lettischen Jugendlichen gestalteter Kulturabend mit Volkstänzen und landestypischen Speisen, bot einen tieferen kulturellen Einblick.

Die Jugendlichen hatten also nicht nur die Möglichkeit Teamarbeit, ökologische-Denkweisen, sondern auch Frustrationstoleranz, Ausdauer, Entbehrungen und ökonomisches Arbeiten kennenzulernen. Sie hatten die Möglichkeit tief in die lettische Lebensweise einzutauchen und aus ihrer Komfortzone herauszutreten. Durch diese Erfahrungen haben sie nun die Möglichkeit ihre jetzige Lebenswelt mehr zu schätzen und differenzierter wahrzunehmen.

Fahrtenleiter: Torsten Birndt und Kim Lerche
Autorin: Kim Lerche

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Der 05. Juli 2013

Der 05. Juli 2013, ein weiteres wichtiges Datum in der Geschichte der Jugendheimstätten. An diesem Tag fand die Einweihung unserer neuen Einrichtung an der Amalienstraße statt. Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Gäste mit Sekt und Orangensaft empfangen. Darunter auch Dinslakens Oberbürgermeister Herr Dr. Michael Heidinger.

Nachdem alle Gäste eingetroffen und die ersten Eindrücke aufgenommen waren, versammelte man sich im neuen Aufenthaltsraum. Dort begann unser Geschäftsführer Dr. Köller die offizielle Einweihung. Seine Rede stellte vor allem die Geschichte der Jugendheimstätten und ihr großes Angebot an Freizeitaktivitäten dar.

Es folgte eine Rede von Herrn Heidinger, der die Bedeutung der Einrichtung für die Stadt hervorhub.

Abgeschlossen wurde dieser Teil der Einweihung von Frank Werning, Leiter der Einrichtung.

Es folgten Führungen durch das Haus. In kleinen Gruppen folgten die Gäste den Erziehern der Einrichtung und konnten von den hellen und modernen Wohnmöglichkeiten der Jugendlichen, bis hin zur Philosophen-Ecke alles begutachten.

Weitere Gespräche fanden dann bei einer selbst zubereiteten großen Auswahl an Finger-Food statt.

So gewannen alle Gäste bei einem gut gelaunten Beisammensein einen Eindruck von unserer neuen Einrichtung. Wir bedanken uns bei allen Gästen für ihr Kommen und dass sie zusammen mit uns diesen wichtigen Tag verbracht haben. Auf eine gut Zukunft!

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Eintauchen ins Mittelalter

 

Das Mittelalterfest der Jugendheimstätten verzauberte alle Besucher. Direkt beim Betreten des Geländes, einer Weide des Ingenhammshof am Landschaftspark, fühlte man sich in eine längst vergangene Welt versetzt. Ein dutzend Lagerzelte bildeten einen Halbkreis um eine gemütlich eingerichtete Kochstelle. Mehrere Sonnensegel und mittelalterlich gedeckte Tische rundeten das Bild ab. Das Ambiente wurde von vielen kleinen Details wie Fellen, Krügen mit Apfelsaft, einem Schandkragen, Kesseln und vielem mehr, untermalt. Das Gesamtbild der Veranstaltung wurde von den ehrenamtlich mithelfenden Mittelaltervereinen „Liber Viatores“, „Kommende Alstaden“ und der „Axtwurfbahn Werbär“ abgerundet. Ihre Gewandungen und Angebote machten es möglich, komplett in die faszinierende Welt des Mittelalters einzutauchen. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen konnten sich komplett ins Lagerleben hineinbegeben. Gemeinsam wurde Holz gehackt und Eintöpfe über dem Feuer gekocht. Auch bestand die Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen im Lager, in ihrem eigenen mittelalterlichen Zelt zu übernachten. Jeder Besucher konnte einen Blick in die historisch eingerichteten Zelte werfen und alte Handwerkskünste ganz aus der Nähe begutachten. Für die passende Freizeitgestaltung hatten mehrere freiwillige Helfer mittelalterliche Spiele vorbereitet. Bei Geschicklichkeitsspielen konnten die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel im Erbsenweitspucken, Eierabwerfen oder Wikingerschach gegen einander antreten. Die grauen Zellen trainierten die Teilnehmer am „Brettspielstand“. Hier konnten längst vergessene Spiele wie „Hnefatafl“ und „Alquerque“ im gemütlichen Ambiente auf Strohballen, von einem Spielmeister erlernt werden. Am Kreativstand konnten Alle ihre Kreativität beim Seifenschnitzen und Lederbeutelbasteln freien Lauf lassen. Workshops, wie Kräuterkunde, Stockbrotbacken, Axtwerfen, Highland Games, Schwertkampftraining oder Bogenschießen rundeten das Bild ab. Das mittelalterlicher Tanztraining wurde klassisch von einer alten Leiher begleitet und bot allen Teilnehmern die Möglichkeit mittelalterliche Kreistänze zu erlernen. Eine von den Jugendlichen selbstgestaltete Gauklershow ließ das gesamte Publikum in tosendes Gelächter verfallen. Die Show schaffte es durch ihre Geschichte und die Einbindung des Publikums, als spontane Darsteller, alle Zuschauer zu fesseln. Am Abend erleuchtete das gesamte Lager im Licht der Fackeln und Kerzen und lud mit einem Geschichtenerzähler und Musikanten am Feuer zum verweilen ein. Eine Feuershow mit fantastischen Feuerspuckern und brennenden Schwertern bildete das Highlight des Abends.

Organisatoren: Torsten Birndt und Kim Lerche

Autor: Kim Lerche

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Improvisationstheater

 

Improvisation wird bei den Jugendheimstätten groß geschrieben. Einmal im Monat können die Jugendlichen sich freiwillig an einem Improvisationstheater beteiligen. Bei diesem Kurs spielen die Jugendlichen mehrere kurze improvisierte Szenen unter Anleitung eines Spielleiters. Dabei geben die Jugendlichen sich untereinander selbst Vorgaben für die 2-6 Minuten dauernden Szenen, wie Rollen, Emotionen oder Handlungsstränge. Hierzu teilt sich die Gruppe abwechselnd in Zuschauer und Akteure. Der Spielleiter vermittelt zwischen den beiden Gruppen und gibt nur die groben Spielanweisungen einer jeden Improvisationseinheit vor. Gemeinsam werden jedoch Aufwärmübungen absolviert. Wie beim Sport die Muskeln zuvor gelockert werden müssen, muss auch beim Impro-Theater erstmal dafür gesorgt werden, dass sich unser „Gehirn lockert“. Um nicht inszenierte Szenen zu spielen, muss man frei von Hemmungen oder festgefahrenen Verhaltensmustern sein. Der Geist soll frei sein, um spontanen Gedanken offen zu begegnen. Ein Spieler soll sich nicht fragen: Wie mach ich es am Besten? Was ist, wenn ich etwas falsch mache? Was denken und erwarten die Anderen? Hier helfen viele kleine „Warm-up-Übungen“, die einen darauf einstellen, spontan zu handeln, indem beide Gehirnhälften gleichzeitig angesprochen werden. Bei solch einer Übung müssen die Jugendlichen z.B. eine Tätigkeit ausführen und gleichzeitig spontan Fragen beantworten. Andere Übungen fördern wiederum die Enthemmung. Bei allen Übungen und Spielen gelten die zwei wichtigsten Grundsätze des Kurses: Man kann nichts Falsches spielen und alle lachen gemeinsam. Beim Improvisieren wird immer zusammen gearbeitet. Ideen eines Mitspielers werden aufgegriffen und weitergeführt. Dabei ist keine Idee falsch oder lächerlich. Im Gegenteil. Sie kann gemeinschaftlich zu etwas großartigem wachsen, wenn man auf sie eingeht.

Durch die Kurse können die Jugendlichen ihre zumeist oft verborgenen kreativen Fähigkeiten entdecken. Sie können ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ohne Zensur spielen. Durch ihre spontanen Äußerungen kommt ihr von aufgezwungenen Normen und Werten befreites Ich zum Vorschein, das ansonsten oftmals durch Erziehung und Sozialisation unterdrückt wird. Nur selten hat ein Jugendlicher die Gelegenheit zu sagen, was er wirklich denkt, ohne sich zuvor etlichen Gedanken über Folgen, Angemessenheit, Regeln, soziale Auswirkungen etc. zu machen. Die Spontanität des Spiels hat zur Folge, dass die Jugendlichen sich befreit fühlen und so erkennen können, was in ihnen steckt. Ohne den sonst auf ihnen lastenden Leistungsdruck werden sie sich ihrer Talente besser bewusst und können so ihr Selbstwertgefühl stärken. Mit diesem Selbstbewusstsein und der Erfahrung, dass sie in der Lage sind, immer wieder neue unbekannte Situationen zu meistern, entwickeln die Jugendlichen eine positive und offene Einstellung. Dieses hilft ihnen, auf nicht vertraute Situationen zuzugehen und diesen positiv bejahend zu begegnen. Zudem lehren die Jugendlichen in den Spielsituationen verschiedene Rollen anzunehmen, sich mit ihnen spielerisch auseinander zusetzten und deren Standpunkte zu vertreten. Das Improvisationsangebot bietet damit eine Vielzahl von Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten und steht ganz unter dem Motto von Rellstab: „Wir wollen Spiel nicht nur als punktuell geduldete Feiertagsausnahme, sondern als Lebens- und Lernprinzip.“

Projektleitung und Autorin: Kim Lerche

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Segeln auf dem Ijsselmeer

 

„Frohe Weihnachten!“ ist die freundliche Begrüßung des Hafenmeisters, als die Ajas in den verschneiten Hafen von Medemblik einfährt. Die Schneeflocken tanzen im Wind und lassen sich langsam an Deck nieder. Andere werden von der dunklen See verschluckt und verschwinden, sobald sie die Wasseroberfläche berühren. Der Hafen wirkt friedlich. Fast wie ausgestorben. Oft ist das einzig hörbare Geräusch die eisernen Wanden, die mit einem Klirren gegen die Mäste, der dort schlafenden Schiffe, schlagen. Nur vereinzelte Boote sind bereits aus dem Winterschlaf erwacht und wagen sich hinaus auf die eiserne See.

Beim Passieren der Hafenausfahrt kreuzt die Ajas vereiste Deiche und zugefrorene Leuchttürme. Die gewaltigen Eismassen wirken wie Gletscher. Sie funkeln, in den durch die Wolkendecke brechenden Sonnenstrahlen. Die See ist rau und frostige Wellen schlagen gegen den Rumpf des Schiffes. Die Crew ist standhaft und beobachtet gespannt, wie die Wellen über des Heck des Schiffes schlagen. Durch die sich bei jeder Welle auftürmende Gischt bilden sich am Segel kleine Eiszapfen. Einzelne Crewmitglieder flüchten vor der Kälte in den Bauch des Schiffes. Er wirkt wie ein wohliger Zufluchtsort. Der von Duft eines warmen Kakaos durchzogen ist und mit seinen vielen kleinen Nischen genügend Platz zum Aufzuwärmen bietet. Die an Deck gebliebene Crew trotzt den Temperaturen und durchläuft mehrere Manöver, während sie den Kurs auf den nächsten Hafen hält.

Mit festem Blick auf den Kompass, verlieren sie das Ziel Enkhuizen nicht aus den Augen. Mit fast jedem neuen Tag werden mehr Seemeilen hinter uns gebracht. Die Crew wird immer eingespielter und die Abläufe wirken spielerisch. Von den verschieden angesteuerten Häfen wird die umliegende Landschaft erkundet. Alte Städte, alte holländische Meereskreuzer oder ein an Land gebrachtes U-Boot, bieten eine kulturelle Abwechselung. Für die passende Erholung der Crew bieten die umliegenden Freizeitbäder genügend Raum. Im warmen Nass kann jeder seine Seele baumeln lassen und sich auf ein neues Segelabenteuer vorbereiten.

Leider schaffte es nicht die komplette Mannschaft, die beruhigende Stimmung des Meeres in sich aufzunehmen. Einige verweilten im Stress des Alltags und litten unter schweren Medienentzug. Ihr einziges Ziel war die Suche nach W-lan. Auf dieser Suche nahmen sie aber auch vielerlei Entbehrungen in Kauf und verharrten stundenlang in Eiseskälte in der Nähe eines Hot-Spots.

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Let´s Talk about Sex

 

Eines der wichtigsten Themen beim Erwachsenwerden ist die sexuelle Entwicklung. Die Jugendlichen befinden sich in der Pubertät und damit in einer Phase der sexuellen Orientierung. Um diese Phase zu unterstützen, setzen die Jugendheimstätten mit dem Projekt „Let´s Talk about Sex“ an. Das Projekt soll den Jugendlichen Wege und Möglichkeiten aufweisen, mit ihrer Sexualität umzugehen.

In einem geschützten Rahmen können die Jugendlichen Fragen stellen, die sie sich sonst nicht trauen zu stellen. Denn oft befinden sich die Jugendlichen in einem Dilemma. Früher waren sie zu klein, dass ihre Fragen fachlich und detailliert beantwortet wurden. Heute sind sie alt genug und es wird von ihnen oft erwartet, die Antworten auf ihre Fragen bereits zu kennen. Der geschützte Rahmen der Jugendheimstätten bietet dabei einen Ersatz für Ansprechpartner, die die Jugendlichen sonst in ihrem Familiegeflecht hätten. Das Projekt gliedert sich in 3 Einzelstunden im Monat, für private Themen und einen Gruppenabend mit gemeinschaftlicher Ausarbeitung. Dabei ist jedes Angebot auf freiwilliger Basis.

Das Angebot wird dabei von Pädagogen beiden Geschlechtes betreut, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, beide Geschlechterrollen, sowie deren Ansichts- und Verhaltensweisen kennen zu lernen. Das gesamte Projekt wird mit der notwendigen Ernsthaftigkeit, aber auch mit Spaß an einer der schönsten Sachen der Welt, vermittelt. Die Themen des Projektes können die Jugendlichen dabei selber erarbeiten und wählen. Für die nötige Diskretion steht den Jugendlichen ein Briefkasten, das „Vögelhäuschen“, zur Verfügung. Hier können die Jugendlichen unbeobachtet Themen einwerfen, die dann beim Gruppenangebot anonym und gemeinschaftlich ausgearbeitet werden. Die Ausarbeitung ist aber kein Aufklärungsunterricht, sondern ein themenbezogenes Arbeiten mit Inhalten, wie Liebe, Beziehung, Geschlechterrollen etc, mittels einer spielerischen Herangehensweise. Die Jugendlichen sollen das Angebot selber erleben und mitgestalten.

Projektleiter: Dirk Jannaschek, Kim Leche

Autorin: Kim Lerche

 

 

 

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Lehrlinge auf Schatzsuche

 

An einem schönen Sonntagnachmittag haben sieben Jugendliche eine Schnitzelrallye am Landschaftspark Nord bestritten. Sie durchstreiften in zwei Teams anhand einer Wegbeschreibung verschiedene schöne Facetten des Parks. Durch das beliebte, alt bekannte Erlebnisspiel konnten die Jugendlichen vielfältige Erfahrungen sammeln und unter anderem ihre „Höhenangst“ auf die Probe stellen. Denn die Schnitzelrallye war nichts für schwache Nerven, weil die Jugendlichen den Aussichtsturm in 70 Meter Höhe erklimmen sollten, um Fragen zu beantworten. Ganz oben hatten sie einen weitreichenden Blick auf Duisburg, das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein. Am Ende gewann das Team, das die meisten Fragen richtig beantwortet hatte. Alle hatten Spaß und waren motiviert den Schatz für sich zu erobern.

Tim

 

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Osterfahrt nach Lieberhausen 2013

 

Lieberhausen – wir kommen……

Am 28.03.2013 starteten wir nach langer Abstinenz endlich unsere neuntägige Ferienfreizeit in unser Ferienhaus nach Lieberhausen im Bergischen Land. Wir hatten mit insgesamt sieben Jungs und zwei Betreuerinnen so viel Gepäck, dass unser Transit nicht ausreichte und wir noch ein zweites Auto mitnehmen mussten.

In Lieberhausen stimmten wir uns auf die Osterzeit ein, indem wir im und um das Haus das kleine Osterhasenmädchen Roswitha und ihre Schwestern suchten.

An unserem ersten Tag liefen wir eine kleine einstündige Runde durch den angrenzenden Wald, machten eine Schneeballschlacht und Schneeengel.

Am Samstag verbrachten wir im benachbarten Dorf einen kuscheligen Abend mit den Einheimischen am Osterfeuer. Schnee und Kälte waren unsere ständigen Wegbegleiter, also hieß es „warm anziehen und Mütze auf“.

Traditionell durften die Jungs am Sonntagmorgen im Schnee ihre Osterkörbchen suchen, die der Osterhase dort für sie versteckt hatte.

Zum Ausklang der Ostertage backten wir am Ostermontag noch zwei Hefezöpfe, um uns das Frühstück zu versüßen. Nachmittags zog es uns bei blauem Himmel und Sonnenschein nach draußen. Mit einer viergeteilten Wanderkarte sollten die Jungs ein vorgegebenes Ziel finden und wir machten eine vierstündige Wanderung zur Aggertalsperre.

Am Dienstag hatten wir eine Kletter- und Erlebnistour in der Kluterthöhle in Ennepetal gebucht. Ausgestattet mit Helm und Helmlampe, in unseren ältesten Klamotten krochen wir durch Felsspalten, Irrgänge und Wasserläufe. Nach 90 Minuten waren wir wieder am Ausgang angekommen und von Kopf bis Fuß voll Schlamm und Matsche.

Mittwochs wartete dann schon das „Aqua Magis“ in Plettenberg mit seiner Loopingrutsche und dem Drei-Meter-Turm auf uns. Die Jungs waren kaum aus dem Wasser zu kriegen.

Den letzten Tag ließen wir ganz entspannt ausklingen.

Am Freitag fuhren wir, nachdem wir das ganze Haus geputzt und aufgeräumt hatten, mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder nach Hause.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

 

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Jugendheimstätten machen Kunst

 

In kreativen Angeboten lernen die Jugendlichen verschiedene Materialien wie beispielsweise Gips und Speckstein kennen. Sie können ihre eigenen Kunstwerke erstellen und somit ihrer eigenen Kreativität freien Lauf lassen.

Das Kunstprojekt findet einmal wöchentlich im Haupthaus statt. Es ist ein offenes Angebot, zu dem die Jungs sich im Vorfeld eintragen müssen.

Die erste Phase unseres Kunstprojektes ist fast abgeschlossen. Noch wenige Arbeitsschritte und die Gipsköpfe sind fertig. Auf die nächste Phase des Projektes warten die Jungs schon ungeduldig und mit viel Vorfreude.

Claudia und Sabrina

 

Die Bilder zu diesem Projekt:

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Projekt zur kulturellen Verständigung

 

In unseren Einrichtungen wohnen Kinder und Jugendliche von verschiedenen Religionen und aus verschiedenen Ländern. So sind neben unseren deutschen Bewohnern auch einige minderjährige Flüchtlinge aus Südasien, Indien und Afrika untergebracht, um die wir uns kümmern. Um zu einer besseren kulturellen Verständigung beizutragen, haben wir vor einiger Zeit ein Projekt unter der Leitung von Laila Baghlani, unserer afghanischen Mitarbeiterin, gestartet. Um das Interesse der Jugendlichen zu wecken, haben wir gemeinsam ein Gemälde gestaltet, auf dem verschiedene Gotteshäuser abgebildet sind. So ist dort eine christliche Kirche, eine Moschee, eine Synagoge und ein buddhistischer Tempel zu sehen. Nach der Gestaltung kamen bei den Jugendlichen viele Fragen auf, die die einzelnen Religionen betreffen und deren Beantwortung zu einem besseren Verständnis gegenseitig führt. Daraufhin haben wir im Rahmen des Projekts einen Tempel der Sikh, einen buddhistischen Tempel, eine moslemische Moschee und eine christliche Kirche besucht, um alle Fragen ausreichend beantworten zu können und einen Einblick in die Religionen zu gewinnen. Vor den Besuchen haben die Jugendlichen jeweils Referate zu den Religionen vorbereitet und wir haben uns zusammen mit den Religionen auseinandergesetzt. Durch das erweckte Interesse und die vielen Aktionen denken wir, dass wir uns erfolgreich an einer besseren kulturellen Verständigung beteiligt haben und hoffen, diese durch das Fortführen des Projekts weiter zu fördern.

 

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Gänsehautfeeling beim Poetry Slam

 

 

Unsere Jungs haben was zu sagen!
 

Am Freitag, den 09. November 2012, fand der zweite Heimstätten Poetry Slam statt. In neuer Location, außerhalb unserer Einrichtung, fand sich die Hausgemeinschaft zusammen.Getragen, moderiert und gestaltet von den Mitarbeitern Laila Baghlani und mir, Kai Stegemann, trugen die Jugendlichen teils bewegende und teils amüsante Gedichte, Rap-Gesänge und Kurzgeschichten vor.Das Haupthaus war nahezu leergefegt, Besuch aus dem Wohnprojekt und der Außenwohngruppe war ebenfalls hinzugekommen und die voll gepfropfte „Heimat“ lauschte andächtig jedem einzelnen Beitrag.

Ob es Maltes Gedankengänge zum Stand unserer Gesellschaft, Domeniks augenzwinkernder Wortwitz oder Martins eloquente Selbstoffenbarungen waren, ob es Gerrits tiefe Emotionen oder Justins Phantasiegeschichte von einem Zauberbuch und einer heilen Familie war. Sie alle erhielten ihren Raum und kamen zur Geltung und Beachtung und beeindruckten ihre Mitbewohner und Erzieher. Jeder Einzelne von den Jugendlichen leistete Großartiges und trug Herausragendes vor. Getragen vom Respekt ihrer Mitbewohner, die allen Beiträgen schweigend folgten. Neben den großen Texten kamen dann noch kleine Gesten hinzu, wie Jamals kurzer Rap-Gesang und Emals knappes Carpe Diem Gedicht; beides Texte zweier Jugendlicher, die kaum ein Jahr der deutschen Sprache mächtig sind, aber bemüht und dankbar für die Chance, die ihnen hier geboten wird.

So wurden nicht nur Sprachbarrieren, sondern auch Sprachfehler und das sonst häufig aufkommende Stottern eines Jungen, welches dieser völlig vergaß, überwunden.

Mehr als einmal hatte ich während der unterschiedlichen Vorträge eine Gänsehaut und mehr als einmal rührten sich in mir die Gedanken: ‚Hier haben unsere Jungs tatsächlich etwas zu sagen!’ und ‚Hier haben wir den Geist der Heimstätten präsent!’.

Diese Veranstaltung wächst und gedeiht mit den Beiträgen und dem Engagement der Jugendlichen und so können wir gar nicht anders, als den vollen Erfolg damit zu feiern, den nächsten Poetry Slam für Januar 2013 zu planen.

Zum Abschluss, sagte ich‚ dass Laila und ich die wahren Gewinner des Abends seien, und ja, ich meine das ernst und ich fühle mich auch jetzt noch 24 Stunden nach dem Abend als Gewinner. Und das verdanken wir allen Beteiligten und besonders den Jugendlichen.

Die neue Location „Heimat Hochfeld“ wurde uns großzügig vom Abteilungsleiter des Wohnprojektes Gerokstraße und Besitzer der „Heimat“ Thorsten Pomp zur Verfügung gestellt. Und für das leibliche Wohl aller hatten Nicole Klöpper und Laila Baghlani keine Mühe gescheut.

 

verfasst von Kai Stegemann

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