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22. Jul. 2014

Wir, die Jugendheimstätten Niederrhein e. V., wurden am 23. August 1950 von Hartmut (1921-1996) und Marie Schneider (1928-2014) gegründet. Wir sind ein Trägerverein für momentan vier Einrichtungen der Jugendsozialarbeit und Hilfen zur Erziehung.

 

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Dr. Hartmut Schneider um die Zeit der Gründung des Vereins

Der Verein entstand nach dem zweiten Weltkrieg als Teil der Heimstattbewegung, die Vorläuferin der organisierten Jugendsozialarbeit. Unsere Wurzeln sind in den Zielen und Idealen der Jugendbewegung aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts wiederzufinden. Hier ist besonders Kurt Hahn hervorzuheben, der als Begründer der Erlebnispädagogik gilt, die auch heute noch ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist.

Zu Gründungszeiten war es das Ziel, einer immer noch zunehmenden und entwurzelten Flüchtlingsjugend – aus durch den Krieg belasteten sowie strukturschwachen Gebieten Deutschlands – nach dem zweiten Weltkrieg eine neue Heimat zu geben und eine Perspektive zu ermöglichen. Dadurch geprägt, versuchen wir seit über 60 Jahren eine „Erziehung zu einer freiheitlich demokratischen Lebensordnung“ zu leisten.

Mit diesem Zweck wurde ab März 1952 in mehreren Schritten die erste Einrichtung der Jugendheimstätten Niederrhein e.V., ein Wohnheim in der Tradition der Lehrlings- und Gesellenwohnheime, das „Lehrlings- und Jungarbeiterwohnheim“ in Duisburg Hochfeld an der Zeppelinstraße, eröffnet.

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Hier gibt es mehr Infos zu unserem Haupthaus an der Zeppelinstraße

Wenige Jahre später erweiterten wir unser bisheriges Angebot durch ein Ferienhaus im Oberbergischen Land. Bis heute ist dieser Standort in Lieberhausen aktiv und vielfältig in unsere pädagogische Arbeit eingebunden, und es finden regelmäßig Fahrten dorthin statt.

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Unser Ferienhaus in Lieberhausen

Seit unserem Bestehen sind wir politisch wie auch konfessionell unabhängig. Dies ist vor allem mit den Erfahrungen des Gründers aus den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen und der nationalsozialistischen Diktatur begründet.

Da Jugendliche in der Vorkriegs- und Kriegszeit eine verkürzte Schulzeit hatten, litt ihre kulturelle Bildung. So war es eines unserer Vorhaben in der Nachkriegszeit, dieser Jugend die Geschichte und das Erbe der europäischen Kultur nahe zu bringen. So finden seit Mitte der 50er Jahre Fahrten nach Italien (Region Latium), Griechenland (Athen/Olympia) und Südfrankreich (Provence), die sogenannten Südlandfahrten, statt.

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Ferienfreizeit in der Vergangenheit

Ab 1979 konnten wir Segelfreizeiten mit unserem eigenen Boot anbieten. Die „Argo II“, eine Contest 40, war von nun an immer dabei, wenn es für unsere Bewohner aufs Wasser ging. Das Angebot kam so gut an, dass wir seit 1992 mit der „Ajas II“, einer Contest 36, unser zweites eigenes Segelboot haben. Bis heute nutzen wir diese beiden Boote bei unseren erlebnispädagogischen Angeboten.

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Hier gibt es mehr Infos zu unseren jüngsten Freizeitaktivitäten

Darüber hinaus versuchten wir schon in den Anfangszeiten den Jugendlichen, die aus diversen Gründen – wie Krieg, Diktatur oder anderen Notsituationen – keine ausreichenden schulischen oder beruflichen Bildungschancen erhalten hatten, einen Ausgleich zu bieten. Heute besteht der Bildungsbedarf meist aus anderen Gründen, wie zunehmender Bildungsferne, Schulverweigerung und Erziehungsschwäche sowie Erziehungsunwilligkeit der Elterngeneration.

Bis in die 80er Jahre stand vor allem das Ziel der Jugendsozialarbeit im Mittelpunkt. Durch die sichtbar wachsenden Erziehungsschwierigkeiten seit dieser Zeit, sahen wir den Bedarf erzieherische Hilfen und Jugendfürsorge anzubieten. Heute dominieren die erzieherischen Hilfen unsere alltägliche Arbeit.

2006 eröffneten wir unser zweites Haus, die Außenwohngruppe (AWG) Waterecktstraße in Duisburg Walsum. Hier wohnen Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren. Ziel ist es zunächst, den Kindern ein vertrauensvolles und stabiles Umfeld zu bieten und die Persönlichkeit sowie Selbstständigkeit zu fördern. Wie in unseren anderen Häusern auch, legen wir hier großen Wert auf die Freizeit- und Erlebnispädagogik.

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Hier gibt es mehr Infos zur AWG Watereckstraße

Drei Jahre später, im Jahr 2009, vergrößerten wir uns abermals. Das Wohnprojekt Gerokstraße ergänzte unser Angebot. Hier leben die Jugendlichen in zweier Wohngemeinschaften und sollen lernen, ihr Leben selbstständig zu meistern. Realitätsnah und mit Unterstützung unserer Erzieher sollen die Jugendlichen lernen, ihren Alltag zu regeln.

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Hier gibt es mehr Infos zum Wohnprojekt Gerokstraße

Das schon jetzt sehr erfolgreiche Projekt ist eingebettet in das sozial-politische Engagement im Stadtteil und die kommunale Sozialpolitik. Hilfe zur Erziehung unterliegt hier einem zeitgemäßen Paradigmenwechsel von der Einzelfall- zur Sozialraumorientierung und ist durch eine gute Vernetzung eingebettet in Nachbarschaft, Stadtteil, Kindertagesstätte, Hort, Schule sowie Jugend- und Familienzentrum. Es geht hierbei um die Aktivierung und Stärkung sozialer Netzwerke und die Selbsthilfebereitschaft belasteter Menschen.

2010 entschlossen wir uns aufgrund der hohen Nachfrage nach Plätzen in der AWG Watereck, eine vierte Einrichtung zu errichten. So startete nach einer längeren Suche nach einen geeigneten Grundstück 2012 der Bau der AWG Amalienstraße. Nach einem Jahr Bauphase konnten wir 2013 die Fertigstellung und Eröffnung des Hauses feiern. Hier finden 20 Jugendliche im Kernalter von 12-15 Jahren ein zu Hause.

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Hier gibt es mehr Infos zur AWG Amalienstraße

Gegenwärtig bieten wir aus allen vier Häusern eine Krisenintervention im familiären Umfeld und Erziehungsberatung an die Eltern, den Einsatz einer Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) und/oder die Vorbereitung einer anderen Jugendhilfemaßnahme an. Aus den ersten beiden Häusern der Jugendheimstätten Niederrhein e.V. (Haupthaus und AWG Watereck) wird diese ambulante Unterstützung eher im Rahmen der Nach- und Weiterbetreuung (als Begleitung nach der Rückführung von Kindern und Jugendlichen in die Herkunftsfamilie) realisiert, während aus dem Projekt Gerokstraße ambulante Maßnahmen sofort angeboten werden können.

Neben der Beziehungs- und Betreuungsarbeit, liegt ein besonderer Schwerpunkt der Jugendheimstätten Niederrhein e.V. im freizeit- und erlebnispädagogischen Angebot an die Adressaten der Jugendhilfe. Allen Bewohnern und Bewohnerinnen unserer stationären Jugendhilfeangebote stehen die Angebote der gelenkten Freizeitgestaltung der Gesamteinrichtung zur Verfügung. Auf unseren zwei hochseetauglichen Segeljachten auf dem holländischen Ijsselmeer soll den jungen Menschen der notwendige Prozess der sozialen Reifung und Identitätsfindung erleichtert werden. Die Offerten zur alltäglichen Freizeitgestaltung umfassen z.B. das pädagogische Tauchen oder Klettern, Gruppensportangebote wie Volleyball, Fußball oder Schwimmen, gemeinsame Radwandertouren oder Paddeln in Kanadiern auf Flüssen. Außerdem bieten wir in allen Schulferien Ferien- und Erlebnisfreizeiten nach Berlin, Paddel- und Zeltfreizeiten nach Tschechien, Schweden oder in Mecklenburg-Vorpommern, Fahrten in unser Ferienhaus im Oberbergischen Land oder unsere Südlandfahrten nach Südfrankreich, Italien oder Griechenland an.

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Ferienfreizeit in Lieberhausen 2013

Zudem stehen allen betreuten Jugendlichen und jungen Erwachsenen besondere Projekte, wie z.B. unser Antigewaltprojekt (Coolnesstraining), offen.

Seit einigen Jahren liegt ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit bei der Betreuung und Unterstützung unbegleitet nach Deutschland gekommener, minderjähriger Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten in Afrika, Südasien und dem indischen Subkontinent. Hier begleiten wir die Jugendlichen auf dem Weg zu einem sicheren Aufenthalt in Deutschland und die Integration in die Gesellschaft sowie dem Gestalten des eigenen Alltags.

 
 
 

Weitere Bilder aus unserer Vergangenheit:

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