Herbstfahrt: Jungs der Watereck

Einfach nur mal unter sich sein

Der Herbst ist eine besondere Zeit – die Blätter färben sich bunt, die Luft wird frischer und die Natur lädt dazu ein, gemeinsam Abenteuer zu erleben. Gerade für uns Jungs vom Watereck ist es wichtig, einmal im Jahr unter uns zu sein, fernab vom Alltag und den gewohnten Routinen. Es tut gut, einfach mal unter Gleichgesinnten zu sein, Freundschaften zu vertiefen, neue Erfahrungen zu sammeln und ohne Ablenkung durch Schule oder Familie gemeinsam unterwegs zu sein.

In diesem Jahr zog es uns wieder nach Lieberhausen, ein idyllisches Dorf in der Nähe von Gummersbach. Das Ferienhaus dort bot uns genau das, was wir brauchten: viel Platz zum Toben, gemütliche Abende im Wohnzimmer und die perfekte Umgebung für kleine und große Abenteuer. Die Wälder, Wiesen und das familiäre Dorfleben machten Lieberhausen zum idealen Ort für unsere Herbstfahrt. Dort konnten wir gemeinsam wachsen, Spaß haben und Erinnerungen schaffen, die uns lange begleiten werden.

Gerade in der Jugendhilfe ist es wichtig, den Jungs auch mal die Möglichkeit zu geben, ganz unter sich zu sein. In einer reinen Jungengruppe konnten sie offen über Themen sprechen, die sie vielleicht in gemischter Runde nicht angesprochen hätten, und sich gegenseitig in ihrer Entwicklung stärken. Dies schuf einen geschützten Raum, in dem sie sich ausprobieren, voneinander lernen und eigene Rollenbilder hinterfragen konnten. Außerdem war es ein ausdrücklicher Wunsch der Jungs während der Sommerfahrt gewesen, einmal eine Auszeit nur für sich zu haben – ohne die Mädchen der Wohngruppe. So konnten sie ihre Freundschaften intensivieren und neue Erfahrungen sammeln, die speziell auf ihre Interessen und Bedürfnisse zugeschnitten waren.

In diesem Jahr nahmen ein 13-jähriger Junge und drei 17-jährige Jungs an der Herbstfahrt teil. Für den jüngsten Teilnehmer war diese Reise eine Gelegenheit, sich von den älteren Jungs inspirieren zu lassen und neue Perspektiven zu gewinnen. Während die älteren Jungen vor wichtigen Schritten wie dem Erwachsenwerden, der Selbstständigkeit und Zukunftsplanung standen, beschäftigte sich der 13-Jährige eher mit den ersten Erfahrungen in der Pubertät, Fragen zur eigenen Identität und der Suche nach Zugehörigkeit. Er konnte von den Gesprächen und Erlebnissen mit den Älteren profitieren, zugleich brachte er eigene Themen und frische Energie in die Gruppe ein. In der Wohngruppe leben ansonsten auch Mädchen, die erst am Anfang ihrer Pubertät stehen. Dadurch fühlten sich die älteren Jungs in ihrer Entwicklung und ihren Interessen oft wenig verstanden, während der 13-Jährige sich ebenfalls nach Austausch mit Gleichaltrigen sehnte. Die Gesprächsthemen und Bedürfnisse der beiden Gruppen klafften daher auseinander. In einer reinen Jungengruppe entstand Raum, in dem sowohl die älteren als auch der jüngere Junge sich gezielt mit Gleichaltrigen und Vorbildern austauschen konnten. Das stärkte jeden Einzelnen und ermöglichte altersgerechte Erfahrungen, die sie auf ihrem jeweiligen Weg unterstützten – sei es ins Erwachsenenleben oder durch die erste Phase der Jugend.